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Die Energiegenossenschaft Oberleiterbach e.G. war Preisträger des Bürgerenergiepreises Oberfranken im Jahr 2016

2016 Gold auf Kreisebene
2017 Gold auf Bezirksebene
2018 Silber auf Landesebene

Dorfweihnacht: Jedes Kind erhielt ein Geschenk

09.12.2019 Für die Kinder war es zweifelsohne der Höhepunkt des Abends: Als der Mann mit dem roten Mantel und dem Rauschebart sich endlich am Eingang des Gemeinschaftshauses positionierte und sein großes, schwarzes Buch aufklappte, da war die Aufregung groß. Was würde der Weihnachtsmann erzählen? Hatte er nur von guten Taten zu berichten oder hatte er auch den ein oder anderen Lausbubenstreich mitbekommen? Und, viel wichtiger: Was war da in dem großen braunen Leinensack?

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Foto: M. Drossel

Ein Schwimmsauger für die Feuerwehr Oberleiterbach

Bayerische Versicherungskammer spendet Ausrüstungsgegenstände an Kreisfeuerwehrverband

STRULLENDORF/OBERLEITERBACH   Im Rahmen der Vollversammlung des Kreisfeuerwehrverbands (KFV) Bamberg in der Karl-Wagner-Halle Strullendorf hat Florian Ramsl von der Bayerischen Versicherungskammer 16 Schwimmsauger an Feuerwehren im Landkreis übergeben. Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann dankte herzlich für diese höchst sinnvollen Spenden. Drei Flachsauger waren bereits im vergangenen Jahr an den KFV überreicht werden.

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Die Bayerische Versicherungskammer um Florian Ramsl (Bildmitte, daneben Landrat Johann Kalb und Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann) hat 16 Feuerwehren des Kreisfeuerwehrverbands Bamberg mit Flachsaugern bedacht. Für die Freiwillige Feuerwehr Oberleiterbach nahmen 2. Kommandant Markus Drossel (re.) und Niko Dumsky den Ausrüstungsgegenstand entgegen. Foto: Kröner/ KFV Bamberg

Hohe Auszeichnung für die „grüne Eminenz des Ortes“

Die Oberleiterbacher kümmern sich beispielgebend um den Naturschutz. Dafür gibt es den Preis „Dorfökologie“ vom Bezirksverband für Gartenbau. Welche Projekte angeschoben wurden.

21.10.2019   Eine ehemalige Trafostation wird zum Tierhotel umgestaltet, wo Insekten, Fledermäuse und Vögel einziehen. In einer Jugendaktion entstehen ein Insektenhotel und werden kleine Insektennisthilfen in Biene-Maja-Optik gefertigt. Außerdem werden Blühwiesenflächen ausgesät und gepflegt, im privaten wie im öffentlichen Bereich. Hinter all diesen und noch vielen weiteren ökologisch hervorragenden Projekten steht der Gartenbauverein als Triebfeder, und das wurde am Wochenende als beispielgebend gewürdigt: Vorsitzende Gudrun Brendel-Fischer zeichnete die Verantwortlichen des 273-Einwohner-Dorfes namens des Bezirksverbands für Gartenbau und Landespflege am Wochenende im Gemeinschaftshaus mit dem Preis „Dorfökologie – Gartenbauvereine vorbildlich aktiv“ aus.

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Im Kreise der Gratulanten: Die Verantwortlichen des Oberleiterbacher Gartenbauvereins mit Gudrun Brendel-Fischer, der Vorsitzenden des  Bezirksverbands für Gartenbau und Landespflege (im lila Jacket), sowie ihrer Stellvertreterin Jeannette Simon-Tischer, Friedhelm Haun, Projektleiter bei der Aktion Dorfökologie des Bezirksverbands, Landrat Johann Kalb, Kreisvorsitzendem Dr. Günther Denzler, Bürgermeister Volker Dittrich, Zweitem Bürgermeister Andreas Schonath und Kreisfachberaterin Claudia Kühnel. Foto: M. Drossel

Beim Gaudifußballspiel spielten kleine Steppkes ebenso mit wie alte Hasen. Das Ergebnis war letztlich Nebensache, es zählte nur der Spaß. Fotos: M. Drossel

Fußballgaudi und ein „Raubzug“ der Feinschmecker

Vier Tage dauert das Kirchweihtreiben am Gemeinschaftshaus. Die Freiwillige Feuerwehr entpuppt sich dabei als perfekter Gastgeber. Warum ein Unentschieden beim Spaßkick für den Sieg reicht.

05.09.2019   Sport und Schmankerln, Spaß und Stimmung: So oder so ähnlich lassen sich die vier Kirchweihtage in Oberleiterbach zusammenfassen. Für die Feuerwehrleute um Vorsitzenden Michael Hennemann bedeutete dies: Schläuche, Stiefel und Schutzanzüge gegen Schürzen, Schnitzel und Schäuferla tauschen, die Feinschmecker nach allen Regeln der Kunst verwöhnen und vor allem ein guter Gastgeber für viele gesellige Stunden sein. Einmal mehr ist es der Truppe bestens gelungen, einmal mehr gab es allerorts zufriedene Gesichter. Und einmal mehr war es ein Kraftakt nah am Limit des Machbaren.

Zum Auftakt legte sich der Sommer noch einmal mächtig ins Zeug: Besucher wie Bedienungen schwitzten gleichermaßen bei den Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke, selbst nach Mitternacht war es auf den Bänken am Gemeinschaftshaus noch angenehm warm. Die Spezialitäten wie Schlachtplatte und Knöchla fanden reißenden Absatz. „Ich komme immer wieder gerne dorthin, wo es mir schmeckt“, sagte beispielsweise Stefan Eichelsdörfer, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Zapfendorf, der sich von den Kameraden aus dem Nachbardorf gerne verwöhnen ließ und auch gleich noch einige seiner Aktiven mitgebracht hatte. Auch aus Kleukheim, Unterleiterbach, Reuthlos, Ober- wie Unterküps und zahlreichen anderen Orten kamen die Gäste scharenweise.

Am Samstag stand dann der Sport im Fokus. „Feuerwehrmänner gegen Feuerwehrkids“ – so oder so ähnlich lassen sich die beiden Teams beim Gaudifußballspiel in der „Lätterbocharena“ betiteln. Dabei legten sich vor allem die Nachwuchs-Ronaldos mächtig ins Zeug und versuchten, ihre Väter, Onkel oder Bekannten in Kalamitäten zu bringen. Es war eine torreiche Begegnung, bei der es ein nicht ganz bierernst zu nehmendes Endergebnis gab. „Die Kids führen fünf zu fünf“, sagte Schiedsrichter Michael Göbel schmunzelnd. Und pfiff das Elfmeterschießen an, dessen Resultat nicht wirklich interessierte.

Eine Premiere gab es am Sonntag zu verzeichnen. Erst hielt Pfarrer Kurian Chakupurackal in der Sankt-Laurentius-Kirche den Festgottesdienst, dann gab es einen zünftigen Weißwurstfrühschoppen – und der war richtig gut gesucht. Und am Montag? Da kamen die Feinschmecker abermals scharenweise und sorgten dafür, dass in und um das Gemeinschaftshaus über viele Stunden kaum noch ein Platz frei war. Während die Eltern beim geselligen Miteinander das ein oder andere Kaltgetränk genossen, setzten die Sprösslinge auf der Hüpfburg zu Höhensprüngen an, stellten an der Torwand ihre Treffsicherheit unter Beweis, wagten rasante Seilbahnen auf der Seilbahn oder „verjuckten“ ihr Kerwasgeld am Spielwarenstand. Und so endete das Festtreiben für so manchen Besucher erst am frühen Dienstagmorgen – und nicht selten mit einem Abstecher in der „löschBAR“.   M. Drossel


Unter den Regenschirmen ist die Stimmung prächtig

„Dieter und seine Musikanten“ versuchen fleißig, die Regenwolken mit böhmischer Musik zu vertreiben. Dies gelingt nicht. Warum trotzdem alle beim Dorffest auf ihre Kosten kommen.

19.08.2019   Bei diesen Wetterkapriolen half nur noch Galgenhumor. „Die Wolken lassen sich nicht vertreiben. Denen gefällt eben, was wir spielen“, sagte Dirigent Dieter Zapf zynisch übers Mikrophon und brachte sein Publikum so zum Lachen. Nein, Petrus meinte es in diesem Jahr nicht gut mit dem Soldaten- und Kameradschaftsverein sowie deren Gäste. Das Dorffest in Oberleiterbach war ein verregnetes. Der Stimmung indes tat es keinen Abbruch.

An „Dieter und seinen Musikanten“ hat es auf jeden Fall nicht gelegen. Das 26-köpfige Ensemble um den Ebensfelder Leiter und Namensgeber legte sich an Mariä Himmelfahrt mächtig ins Zeug. Doch weder mit „Blasmusikvergnügen“ noch mit der „Mondscheinpolka“ ließen sich Nieselregenphasen vermeiden noch die Temperaturen anheben, die über weite Strecken des Tages nun wirklich nicht sommertypisch waren. Neben instrumentalen Stücken gab es viele gesangliche Perlen, bei denen Dieter Zapf sich weibliche Verstärkung holte. Mal war es die charmante Hilde Hammel, mal seine Tochter Jasmin. Das Besondere: Die 38-Jährige ist blind, konnte also weder Text noch Noten vom Ständer vor ihr ablesen. Sie hatte die böhmische Musik ganz einfach im Blut. Dafür gab es Sonderapplaus. Einfach großartig!

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Regen:  na, und? Die Besucher des Fests ließen sich davon nicht die Laune verderben. Fotos: Drossel

Wo die Einzelgräber bis zu 25 Meter messen

Gut 50 „Zeitreisende“ tauchen am „Hanbüchla“ mit Anton Köcheler in das Leben der Kelten ein. Der Experte hat viel zu erzählen. Warum deren Siedlung noch immer nicht gefunden wurde.

08.08.2019   Mit einem Durchmesser von bis zu 25 Metern sind sie eigentlich riesig – und doch bleiben sie den Blicken der Wanderer, Radler und Autofahrer oft verborgen: die zehn Hügelgräber aus der frühen Eisenzeit, die wohl um 600 vor Christus im Waldstück Hanbüchla an heutigen Grenze der Landkreise Lichtenfels und Bamberg angelegt wurden. Doch wer waren die Toten, die hier bestattet wurden? Wie sahen sie aus, wie lebten wie und an was glaubten sie? – Diesen und anderen Fragen ging Anton Köcheler bei einer Wanderung auf den Spuren der Kelten nach. Gut 50 Leute schlossen sich ihm an.

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Mit einer bunten Musikmischung und Schmankerln zu fairen Preisen

Oberleiterbacher Dorffest am 15. August mit „Dieter und seine Musikanten“ und „Mainfieber“

05.08.2019   Alle guten Dinge sind drei, sagt der Volksmund. Und da will der Soldaten- und Kameradschaftsverein nicht widersprechen. Nach zwei erfolgreichen Auflagen mit zwei Musikgruppen gibt es heuer am Feiertag Mariä Himmelfahrt, am Donnerstag, 15. August, beim Oberleiterbacher Dorffest abermals ein Wiedersehen mit „Dieter und seine Musikanten“ zum einen und „Mainfieber“. Damit kommen auf dem Festgelände am Eichenweg einmal mehr Blasmusikfreunde ebenso auf ihre Kosten wie Liebhaber von Schlagern, Evergreens und Stimmungsknallern.

Ab 14.30 Uhr ist es zunächst das 26-köpfige Ensemble um den Ebensfelder Dieter Zapf, das dem Dorffest Schwung verleihen wird. „Unsere Musiker kommen aus den verschiedensten Teilen von Ober- und Unterfranken“, erklärt er. Und dass man nicht weniger vorgenommen habe, als in den ersten zweieinhalb Stunden des Fests die schönsten Melodien der Böhmischen Blasmusik zu präsentieren. Da dürfen Stücke wie die Paula-Polka, der Marsch „Viva Bella Musica“, die Löffelmeister-Polka (mit Löffeln gespielt), „Ein Herz für Blasmusik“, „Böhmisch im Blut“ oder ach „Zwei wie wir“ mit Klarinettensolo nicht fehlen. „Gerne kommen wir aber auch Publikumswünsche nach“, so Zapf. Der „Böhmische Traum“ sollte also wahr werden.

Am Abend dann übernehmen Bernd und JürgenDonath sowie Hubert Wolf, besser bekannt als „Mainfieber“ aus Bad Staffelstein. „Heuer stehen die neuen Hits von Andreas Gabalier, Klassiker von Roland Kaiser sowie Oldies und volkstümliche Schlager auf dem Programm“, verrät Bernd Donath im Vorfeld. „Und natürlich das Altbewährte.“ Will meinen: Es darf getanzt, geschunkelt und gesungen werden, was das Zeug hält.

Für entspanntes Feiern ist der Festplatz in Oberleiterbach nahezu ideal: Es gibt weit ausladene Bäume, einen riesigen Spielplatz fernab des Autoverkehrs mit Rutschenturm, Seilbahn, Wipptieren, Schaukeln und vielen mehr – und, ganz wichtig: Speisen und Getränke zu familienfreundlichen Preisen. Letztere kommen von der Brauerei Hummel aus Merkendorf.

Ab 14 Uhr schicken die fleißigen Helfer des Dorffests ihre Gäste auf eine kulinarische Schlemmerreise. Neben Kaffee, Torten und Kuchen am Nachmittag gibt es im Laufe des Tages selbst gemachten weißen Käs‘ und Gerupften, Bismarck- und Lachsbrötchen, ofenfrische Pizzen, Hausmacher-Bratwürste und Steaks sowie ab 16 Uhr auch kalten Braten zu herzhaftem Bauernbrot. Abends öffnet die Freiluftbar ihre Tore. Der Festplatz ist ab der Ortsmitte bestens ausgeschildert. Parken können Gäste in unmittelbarer Nähe des Dorffests. Weitere Informationen rund um das bayerische Silbermedaillendorf, seine Baudenkmäler und die emsigen Vereine gibt es im Internet unter www.oberleiterbach.de.   M. Drossel


Die erfolgreichen Schützen des Pokalschießens des Soldaten- und Kameradschaftsvereins um die Pokalträger (v. li.) Stefan Amon, Georg Seelmann und Franz Hennemann. Foto: SKV

Stefan Amon holt das Double

Der Schütze ist in beiden Wettbewerben des Soldaten- und Kameradschaftsvereins erfolgreich. Und das unter anderem mit einer Waffe, die er noch nie zuvor in der Hand hatte.

OBERLEITERBACH   Mal eben den Wanderpokal abräumen? Die Kugel mit einer unbekannten Waffe genau ins Schwarze setzen? – Das hätte sich Stefan Amon niemals träumen lassen. Und so ging er ganz ohne Erwartungen an den Schießstand im Waldschießhaus am Wolfsanger. Nach dem Schuss dachte er auch, es sei kein guter Treffer gewesen. Beim genauen Betrachten der Scheibe aber staunte der Schütze des Soldaten- und Kameradschaftsvereins Oberleiterbach nicht schlecht: Er hatte mit dem Großkaliberrevolver einen satten Zehner ins Blatt genietet.


Das Ziel im Diopter fest im Blick

Die Dorfjugend hat sich auf Einladung des Soldaten- und Kameradschaftsvereins am Luftgewehrschießen probiert. Warum dieser Schnuppernachmittag ein echter Volltreffer war.

22.07.2019 Leicht breitbeinig steht Alexander am fahlgrünen Tisch. Der 14-Jährige hat das Luftgewehr in die Schulter gedrückt und ein Auge zusammengekniffen. Mit dem anderen blickt er durch das Diopter und visiert über das Rundkorn das Ziel in zehn Meter Entfernung an. Er atmet ruhig, nun hält er die Luft an. Peng: Das Bleigeschoss saust aus dem dünnen Lauf und durchschlägt die Papierscheibe. Alexander atmet durch, schaut, strahlt: Der Schuss war richtig gut.

Beim Schnupperschießen der Dorfjugend ist vor allem Konzentration gefragt. Neben Alexander beteiligen sich auch der ebenfalls 14-jährige Lucca sowie die etwas jüngeren Kinder Anna, Max und Lilly am Freizeitangebot in der Schießanlage am Wolfsanger. Philipp, Jana und Niko dagegen sind noch zu jung: Da sie jünger als Jahrgang 2009 sind, dürfen sie nicht an die Waffe. Der Gesetzgeber schreibt das so vor. Aber riesig Spaß haben sie trotzdem.

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„Fränkisch verwurzelt“: Weil die Heimat die „grünen Zeitzeugen“ braucht

Der Markt Zapfendorf ist Teil eines Biodiversitäts-Projekts der Regierung von Oberfranken, bei dem landschaftsprägende Bäume im Mittelpunkt stehen. Die Initiative zur Bewerbung kam aus Oberleiterbach.

14.07.2019   Aus Liebe zur Heimat: Die meisten Projekte des Gartenbauvereins entstehen aus diesem Motiv heraus. Und so war 2. Vorsitzende Angela Hennemann gleich begeistert, als sie im Ebensfelder Rathaus vom Projekt „Fränkisch verwurzelt“ las, das dort auf einem Aufsteller beworben wurde. Zu diesem Zeitpunkt beteiligte sich das Markt Ebensfeld bereits an dieser Initiative. „Da müssen wir unbedingt mitmachen!“, dachte sich die Oberleiterbacherin, knüpfte die Kontakte zum Biodiversitäts-Spezialisten Gerhard Bergner von der Oberen Naturschutzbehörde und fungierte als Bindeglied zur Marktgemeinde Zapfendorf. Nun ist die Kommune offiziell Teil des Artenschutzprojekts.


Mit dem Feuerlöscher die Flammen besiegt

Beim Kinderaktionstag der Freiwilligen Feuerwehr dürften die kleinen Gäste echtes Feuer bekämpfen. Ebenso gibt es ein Brandhaus. Warum selbst die Hüpfburg voll ins Thema passt.

10.07.2019 Das Feuer ausmachen? Das lässt sich Julius nicht zweimal sagen. Beherzt greift er zum Feuerlöscher, visiert mit dem Schlauch die Flammen an und drückt den Hebel. Es zischt, als der Pulverstoß aus dem Behältnis entweicht. Einen weiteren Pulverschwall später ist das Feuer erstickt. „Gut gemacht“, loben die Feuerwehrler den Siebenjährigen, der sehr stolz ist und lächelt. Die umstehenden Zuschauer sind beeindruckt.

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Balztänze, Bären und Benediktiner

Die Dorfjugend hat einen Ausflug ins Naturkundemuseum Bamberg unternommen. Dabei lernten sie viel über die Vögel dieser Welt. Und dann ging es auf Zeitreise in die Geschichte.

28.06.2019 Wow, da gibt es wirklich Vögel, die haben den Moonwalk á la Michael Jackson drauf: Die Kinder staunten nicht schlecht, als ihnen F. Schmidt vom Naturkundemuseum Bamberg ein Video eines um die Gunst des Weibchens buhlenden Gelbhosenpipra zeigte. Was für ein toller Vogel! Auf Einladung der Dorfjugendleiterinnen Angela Hennemann und Sonja Göbel waren Sarah, Anna, Philipp, Jakob, Jana, Nico, Emmy, Fiona, Lorena, Julius und Antonia in die Domstadt gekommen, um ganz viel über die gefiederten Freunde zu lernen. Die, die in ihrer direkten Nachbarschaft leben, aber auch über die in tausenden Kilometern Entfernung beheimateten Exoten.

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Tolles Wetter, toller Besuch: Johannisfeuer ein voller Erfolg

29.06.2019   Heiß waren die Temperaturen, heißgegehrt vor allem die kühlen Getränke, aber auch die Spezialitäten frisch vom Grill: So lässt sich die Sonnwendfeier umschreiben, zu der die Freiwillige Feuerwehr um Vorsitzenden Michael Hennemann und Kommandant Benedikt Hennemann auf den Festplatz am Eichenweg eingeladen hatte.

Der Zuspruch war, sehr zur Freude der Organisatoren, groß: Neben den Oberleiterbachern kamen auch Gäste aus den umliegenden Orten, um sich im idyllischen Ambiente in unmittelbarer Nähe des Leiterbachs ein paar schöne Stunden zu gönnen. Die Floriansjünger erwiesen sich als perfekte Gastgeber und umsorgten die Besucher nach allen Regeln der Kunst. Und das zu überaus familienfreundlichen Preisen.

Apropos Familie: Dank des direkt angrenzenden Spielplatzes mit Rutschenhaus, Doppelschaukel und Co. konnten die Kleinen nach Herzenslust toben und tollen, abseits des Straßenverkehrs, ohne dass die Erwachsenen ihnen auf Schritt und Tritt folgen mussten. Kommandant Hennemann sprach einige Grußworte und dankte darin vor allem dem Vorstandsteam, das für das beliebte Ereignis verantwortlich zeichnete.

Gegen 21 Uhr kam dann der Moment, den die Kinder kaum erwarten konnten: Das große Johannisfeuer wurde endlich entzündet. Staunend blickten die Kleinen auf die lodernden Flammen, natürlich immer mit dem gebührenden Abstand. Und war es zu Beginn mit Temperaturen um die 30 Grad Celsius etlichen noch deutlich zu warm, so freuten sie sich zu späterer Stunde, als es deutlich kälter wurde, über die wärmende Kraft des Feuers. Und natürlich sorgte die Feuerwehrleute, wie sollte es anders sein, für den nötigen Brandschutz.  Text und Fotos: M. Drossel


Mit riesigem Festzug: Feuerwehr nimmt am Kreisfeuerwehrtag teil

23.06.2019 150 Jahre Freiwillige Feuerwehr, 50 Jahre Jugendfeuerwehr, Kreisfeuerwehrtag und Kaiserwetter: Am Sonntag stieg in Hallstadt das wohl wichtigste Feuerwehrfest des Jahres im Landkreis Bamberg. Ehrensache, dass sich auch eine stattliche Delegation der Freiwilligen Feuerwehr Oberleiterbach auf den Weg machte, um den „Geburtstagskindern“ zu gratulieren und sich bei hochsommerlichen Temperaturen (das Thermometer an der dortigen Sparkasse zeige 29 Grad Celsius) in den langen Festzug einzureihen (Bild). Knapp 130 Gruppen, darunter ein Großteil der 188 Wehren des Landkreises sowie etliche Musikkapellen und natürlich die Vereine des gastgebenden Ortes, gaben ein prächtiges Bild ab. Die Zuschauer an den Straßenrändern spendeten reichlich Applaus und schossen Erinnerungsfotos. Besonders schön: Die Mannen um die Kommandanten Benedikt Hennemann und Udo Seelmann entdeckten auch so manchen Lätterbocher unter den „Zaungästen“.

Tags zuvor im Nachbarort

Insgesamt war es ein Feuerwehrwochenende der besonderen Art: Bereits am Tag zuvor, am Samstag, 22. Juni, waren die Oberleiterbacher zusammen mit den Kameraden aus dem Zapfendorfer Gemeindegebiet in Reuthlos zu Gast, um der Segnung der neuen Tragkraftspritze und des in über 1700 Stunden Eigenleistung sanierten Gemeinschaftshauses beizuwohnen. Alles in allem waren an beiden Festveranstaltungen 26 Feuerwehrler aus Oberleiterbach zugegen.      Text: Markus Drossel/Foto: Christoph Schade


Veitshöchheimer Hanfmix statt Mais-Monokulturen

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Vielfalt in der Oberleiterbacher Flur zu erhalten und zu fördern. Und es gibt dafür staatliche Unterstützung. Wichtig ist jedoch, dass die Landwirte mitziehen.

14.06.2019 Der Vortrag von Daniel Spaderna hatte nachhaltig beeindruckt: Bereits im vorigen Jahr hatten die Oberleiterbacher beschlossen, unter der Federführung des Gartenbauvereins Maßnahmen im Rahmen des Projekts „Boden:ständig“ des Amts für Ländliche Entwicklung in die Wege zu leiten. Durch sie sollen die Bodenerosion und die Hochwasserprobleme, die aufgrund des intensiven Maisanbaus in der Oberleiterbacher Flur in den vergangenen Jahren verstärkt aufgetreten sind, gemindert oder vielleicht sogar behoben werden. Doch wie genau kann und soll das aussehen? Dafür fand jüngst ein Workshop mit André Maslo von der Ökologischen Bildungsstätte Oberfranken aus Mitwitz im Gemeinschaftshaus statt. Der ehrgeizige Titel: „Landwirtschaft für Naturschützer“.

Die Flur genauer angesehen

Wie Spaderna bei seinem Vortrag erklärte, finanziert das Programm „Boden:ständig“ die Projekte mittels bereits bestehender Fördermöglichkeiten wie beispielsweise dem KULAP (Kulturlandschafts-Programm). Im Mai 2019 folgte eine erste Begehung der Flur, an der neben dem Fachmann natürlich auch zahlreiche interessierte Oberleiterbacher teilnahmen.

Anfang des Jahres wurde die Dorferneuerung in Oberleiterbach nun zu einem Kombiverfahren, sprich Dorferneuerung und Flurneuordnung, aufgestuft. Ziel dieser Erweiterung ist es, im Rahmen der Biodiversitätsjahre 2019 und 2020 Möglichkeiten zur Steigerung der Artenvielfalt in der Landschaft zu erarbeiten und umzusetzen.

Das Ziel: Synergieeffekte nutzen

Auf den ersten Blick sind dies zwei verschiedene Projekte. Wer genauer hinsieht, erkennt jedoch schnell, dass viele Maßnahmen sich überschneiden oder perfekt ergänzen können. Dieser neue Ansatz, also Kompetenzen, Wissen und Erfahrungen zusammenzuführen, um eine höchstmögliche Wirkung für beide Ziele zu erwirken, wurde im Workshop „Landwirtschaft für Naturschützer“ ausgearbeitet. Dazu luden die Verantwortlichen des Amts für ländliche Entwicklung alle Landwirte ein, die in der Gemarkung Oberleiterbach Äcker oder Wiesen bewirtschaften, ebenso Ortsbäuerin Veronika Schmuck (sie ist zugleich Biogasanlagen-Betreiberin), Zapfendorfs Bürgermeister Volker Dittrich, die Mitglieder der Teilnehmergemeinschaft, Vertreter der Jagd sowie Vertreter des Vorstands des Gartenbauvereins. Selbstverständlich war der „Boden:ständig“-Spezialist Daniel Spaderna ebenfalls beim Workshop mit von der Partie. Etwas ernüchternd war, dass nur ein gutes Dutzend Personen der Einladung folgten.

Veranstalter des ganztägigen Workshops war die Ökologische Bildungsstätte Oberfranken, die für dieses Modellprojekt eine Förderung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz erhält. Die Teilnahme war für alle Beteiligten kostenlos. André Maslo führte durch den Tag und leitete den Workshop.

Wirtschaftlich in der Zwickmühle

Maslo ging zunächst auf die aktuelle Wirtschaftslage der Landwirte ein. „Die Situation ist für viele Betriebe, besonders für kleinere, nicht leicht“, führte der Fachmann vor Augen. „Das Milchgeld ist seit Jahrzehnten praktisch gleich. Die Preise für landwirtschaftliche Produkte unterliegen seit Jahren einem Preiskampf am Markt, obwohl die Betriebskosten auch in der Landwirtschaft stetig stiegen.“

Die Schieflage zwischen Arbeitsaufwand und Gewinn brachte ein Landwirt aus einem früheren Workshop auf den Punkt: „Ich ernähre 1500 Menschen mit meiner Arbeit. Aber diese 1500 schaffen es nicht, mich zu ernähren!“

Vielen in der Bevölkerung sei auch nicht klar, so Maslo, dass etwa zwei Drittel des angebauten Maises und Getreides nicht zur Energiegewinnung oder dem primären Konsum, sondern zur Verfütterung angebaut werden, also, um Fleisch zu produzieren. Das gilt sowohl in Bayern als auch im Weltmaßstab. Von der Bürokratie, die dieser anspruchsvolle Job mit sich bringt, fühlen sich viele Bauern schlichtweg erdrückt. Jeder Landwirt ist ein selbstständiger Unternehmer. Und wie jedes Unternehmen muss unterm Strich ein Gewinn stehen. Hier ist also ein Umdenken des Verbrauchers gefordert – weg vom Geiz hin zu fairen Preisen für naturverträgliche Produkte.

Weil Landwirtschaft sich lohnen muss

„Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität müssen sich für den Landwirt lohnen“, da waren sich die Workshop-Teilnehmer einig. Dies dürfe nicht auf Kosten der Bauern geschehen und müsse so umsetzbar sein, dass er oder sie nicht noch mehr Zeit für Bürokratie aufwenden muss. Um dies zu schaffen, sind die Politik aber auch ganz besonders die Gesellschaft gefragt.

Der Verbraucher entscheidet im Supermarkt, Discounter, an der Fleischtheke oder auf dem Markt mit seinem Kaufverhalten. Die Qualität der Lebensmittel sollte dem Verbraucher wichtiger sein als der nackte Preis. Denn spätestens bei der Klimabilanz dürfte jedem klar sein, dass Lebensmittel, die um die halbe Welt transportiert wurden, nicht billiger sein dürfen als regional produzierte Lebensmittel. Aber: Nur was gekauft wird, wird auch produziert.

Ein Teufelskreis

Doch welche Möglichkeiten bieten sich maßgeschneidert auf Oberleiterbach an? Die immer wieder auftretenden Starkregenereignisse erodieren zunehmend die mit Mais bestellten Äcker. Dies bedeutet auf lange Sicht, dass mehr Düngemittel und Pflanzenschutzmittel nötig sind. Dadurch steigen die Nitratwerte und die Artenvielfalt nimmt weiter ab.

Der beste Weg ist es, eine Alternative zu Mais zu finden. Und die gibt es bereits: Der zurzeit erprobte Veitshöchheimer Hanfmix beispielsweise wäre perfekt geeignet. Die Mischung aus Gräsern, Wildkräutern und Blumen wird auf dem Acker angesät. Sie  bleibt fünf Jahre stehen, wird wie Mais siliert und als Biomasse in die Biogasanlage gebracht. Der Hanfmix wächst dicht an und hält somit den Boden fest. Auf Düngen und Pflanzenschutz kann die gesamten fünf Jahre lang verzichtet werden. „Für Insekten entstünde eine Oase in der nahrungsarmen Flur“, freuten sich die Teilnehmer.

Die Sache mit den Folgekosten

Doch der Veitshöchheimer Hanfmix hat auch einen Haken: „Leider ist der Ertrag der Biomasse nur gut halb so hoch wie der von Mais. Da kommt der beste Mix nicht ran“, so Maslo. „Allerdings schneidet die Blühmischung bei den gesellschaftlichen Folgekosten weit besser ab, die der Mais bisher kaum abbildet.“ Um den finanziellen Verlust auszugleichen, wäre eine Förderung, ähnlich wie bei den Blühstreifen, nötig. Biogasanlagenbetreiberin Veronika Schmuck, zeigte sich bereit, Flächen für diese Maßnahme bei gesicherter Förderung zur Verfügung zu stellen.

Blühstreifen für das Rebhuhn

Wie komplex das Thema Artenvielfalt ist, wurde den Teilnehmern beim nächsten vorgestellten Punkt klar. Blühstreifen sind ebenfalls ideal, um Bodenerosion durch Starkregen zu vermeiden. Und so widmeten sich die Naturfreunde konkret einem Blühstreifenprojekt der Ökologischen Bildungsstätte, das auf die Bedürfnisse des Rebhuhns abgestimmt ist und unter anderem im Landkreis Lichtenfels erfolgreich angelaufen ist. Das Rebhuhn ist rund um Oberleiterbach noch heimisch. Vielen Anwesenden blieb jedoch nicht unbemerkt, dass die Zahl der „Ketten“ (Henne, Hahn und Küken) in jedem Jahr zurück geht.

Der spezielle Blühstreifen für das Rebhuhn muss jedoch durch eine wechselseitige Bestellung über Jahre hinweg lückig genug bleiben, um genug Licht und somit Wärme auf den Boden kommen zu lassen. Zu dicht bewachsene Blühstreifen halten die Feuchtigkeit zu lange. Das vertragen die Küken schlecht. Außerdem ist ein gewisser Waldabstand von etwa 200 Metern gefragt.

Ein „Fuchsbuffet“ vermeiden

Genauso wichtig ist die Breite des Streifens. Denn ist dieser zu schmal, haben Fuchs, Dachs und Marder leichtes Spiel. Durch dieses „Fuchsbuffet“ wäre für das Rebhuhn nichts gewonnen. Bei ungünstigem Lebensraum können viele Fressfeinde ein Problem vor allem für Bodenbrüter werden. Den Jägern, die die Bestände der Raubsäuger in Grenzen halten, ist es daher mit zu verdanken, dass es um die Bodenbrüter und die Artenvielfalt nicht noch schlechter steht. Eine Regulierung der Bestände von Reh, Wildschwein und Fuchs wäre im Übrigen ohne die „freiwilligen“ Jäger gar nicht finanzierbar.

Aber auch die Kommune kann einen erheblichen Teil zur Verbesserung der Biodiversität beitragen. Bürgermeister Dittrich erklärte, dass der Markt Zapfendorf Teil der neu gegründeten Öko-Modell-Region Oberes Maintal ist.  Dafür würden öffentliche Flächen später gemäht und auf das Mulchen außerhalb der wegen der Verkehrssicherung oder der Pietät nötigen Bereiche verzichtet. Weitere Vogelschutzhecken, ebenfalls eine „Boden:ständig“-Maßnahme, wären möglich.

Die Landwirte müssen es wollen

ALE-Fachmann Daniel Spaderna wies am Ende des ausführlichen und offenen Dialogs zwischen den TeilnehmerInnen darauf hin, dass „Boden:ständig“ auf Freiwilligkeit basiert. Die Landwirte müssen wollen.

Nach der Mittagspause ging es raus. Bei der Begehung waren die Folgen des vorangegangenen Platzregens für alle Beteiligten noch gut sichtbar. Und es konnte ein Acker von Veronika Schmuck gefunden werden, der für „Boden:ständig“ und den Veitshöchheimer Hanfmix geeignet wäre.

Die Planung für „Boden:ständig“ startet im Herbst. Diese Planung wird dann unter dem Gesichtspunkt der Artenvielfalt ergänzt. Sicherlich findet hier ein Rebhuhn-Blühstreifen seinen Platz. Jetzt gilt es in den Dialog zu gehen und möglichst viele Landwirte zu begeistern.   Angela Hennemann/Markus Drossel

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Nach der Theorie kam die Praxis: Die Teilnehmer des Ganztages-Workshops nehmen die Flur rund um Oberleiterbach in Augenschein. Foto: Gartenbauverein


Weil Naturschutz immer ein Miteinander ist

Die Naturschützer wollen die Schöpfung bewahren, die Landwirte fühlen sich von den Bemühungen gegängelt und angeprangert. Dabei sind die Landwirte aber für den Erhalt der Artenvielfalt ganz besonders wichtig.

OBERLEITERBACH Da steht er nun also, dieser 34-jährige Agrarwissenschaftler aus der Landeshauptstadt und erklärt einer Riege gestandener Landwirte, dass sie besser heute als morgen umdenken sollten. Dass sie sich selbst das Wasser abgraben, wenn sie so weiterwirtschaften wie in den vergangenen Jahrzehnten. Dass sie ihr berufliches Lebenswerk hinterfragen sollten. Beste Voraussetzungen für eine heftige Kontroverse, müsste man meinen. Doch weit gefehlt: Die Landwirte hören aufmerksam zu, hinterfragen, sind wissbegierig – sehen Karl Bär vom Umweltinstitut München eher als Partner denn als Widersacher, eher als Helfer denn als Feindbild.

Immer mehr Pestizide auf immer weniger Agrarlächen

„Naturschutz in landwirtschaftlichen Pachtverträgen“ ist der Abend überschrieben, zu dem der Gartenbauverein eingeladen hatte und zu dem Landwirte aus weitem Umkreis gekommen sind. Ein Vortrag war angekündigt, doch es war weit mehr, nämlich eher ein Workshop oder eine Art Fortbildung. In Deutschland verliere man immer mehr Biodiversität, so Bär, nicht nur die Vielfalt an Arten, sondern auch die Vielfalt an Ökosystemen und Landschaften. Jedoch brauche man stabile Ökosysteme, um Nahrung produzieren zu können. Es gebe einen langsamen, aber stetigen Anstieg an Pestiziden bei einer gleichzeitigen langsamen, aber stetigen Verminderung landwirtschaftlicher Flächen. Der Deutsche Wetterdienst warne erneut vor einem Dürrejahr, die Wetterphänomene werden immer extremer. Sprich: der Klimawandel hat Folgen.

„Ein grundsätzliches Problem ist, dass die Bevölkerung und die Landwirtschaft immer mehr auseinanderdriften“, so der Naturwissenschaftler. „Viele Bauern haben das Gefühl, dass wir vergessen werden. Dabei sind sie als Nahrungsmittelproduzenten so wichtig für uns. Und wir brauchen die Landwirte, um die Agrarwende einzuleiten. Nur gemeinsam kommen wir weiter.“ Deswegen sei eine enge Kommunikation zwischen Pächtern und Verpächtern von landwirtschaftlichen Flächen unabdingbar, gegenseitiges Verständnis und gegenseitiger Respekt eine Grundvoraussetzung. Wer seinem Pächter beispielsweise Naturschutzmaßnahmen in den Vertrag schreibe, der sollte dann tunlichst auch finanziell etwas entgegenkommen. „Es gibt kein Gesetz, dass man die maximal mögliche Summe verlangen muss“, so der Miesbacher. Leben und leben lassen.

Verständnis und gegenseitiger Respekt die Maxime

Der Naturschutzbund empfiehlt Mindeststandards wie das Verbot von gentechnisch veränderten Pflanzen und Saatgut auf den zu verpachtenden Flächen sowie das Ausbringen von Klärschlamm zu untersagen, ebenso wie das Umwandeln von Grünlandflächen oder das Entfernen von Landschaftselementen wie Hecken oder Bäumen. Ebenso sei es möglich, keine oder weniger Pestizide oder Düngemittel vorzuschreiben. Weniger Dünger sei sowieso oft der bessere Weg, um eine Artenvielfalt zu bewahren. Und wer die Ruhezeiten zwischen der Mahden bei Wiesen festlege, ermögliche es Pflanzen zu wachsen, die etwas länger brauchen. Und gebe bodenbrütenden Vögeln wie dem Kiebitz eine Chance, ihren Nachwuchs aufzuziehen. Vierjährige Fruchtfolgen, also nur alle vier Jahre die gleiche Frucht an selber Stelle, verhindern, dass der Boden einseitig Nähstoffe verliere.

Weitere Impulse könnten Blühstreifen, so genannte Lärchenfenster (Schutzbereiche für die Vögel) oder das Pfanzen von Hecken und Einzelbäumen sein. „Es muss immer ein Kompromiss gefunden werden zwischen intensiver Landwirtschaft und Artenvielfalt. Pachtverträge jedoch bieten eine gute Möglichkeit, den Naturschutz voranzutreiben“, meinte Gartenbauvereinsvorsitzender Harald Hümmer. Bär stimmte zu. Zudem könnten Subventionen helfen, Mindereinnahmen durch naturschützerische Maßnahmen auszugleichen. Regionale Vermarktung könne das Bewusstsein der Konsumenten stärken, wie wichtig die heimische Landwirtschaft für sie sei. „Der Konsument muss sich wieder bewusst werden, welchen Wert ein Lebensmittel hat. Und das ist oft nicht der, der auf dem Preisschild im Supermarkt steht“, bekräftigte Angela Hennemann, die 2. Vorsitzende des Gartenbauvereins.

Weitere Informationen zu den Empfehlungen des Naturschutzbunds zum Thema Naturschutz in landwirtschaftlichen Pachtverträgen gibt es auch auf der Homepage www.fairpachten.org   M. Drossel

Weit mehr als ein Solovortrag: Karl Bär vom Umweltinstitut München lauschte, diskutierte und erklärte, wie Naturschutz in landwirtschaftlichen Pachtverträgen verankert werden kann. Fotos: M. Drossel

Dem Popstar der Singvögel auf der Spur

Die Regierung von Oberfranken und das Umweltministerium haben das Programm „Artenkenner 4.0“ aufgelegt. Zapfendorfer Grundschüler gehen mit André Maslo auf Tour. Was sie dabei erleben.

18.05.2019   Naturdetektiv spielen? Das lässt sich Finn nicht zweimal sagen. Neugierig begibt er sich auf Spurensuche. Auch Pauline lauscht gespannt. Welche Vögel würden sie hören, welche sogar sehen? – Die Exkursion der Klasse 3b der Zapfendorfer Schule mit André Maslo von der Ökologischen Bildungsstätte Mitwitz ist so recht nach dem Geschmack der Neun- bis Zehnjährigen. Förderer der Veranstaltungsreihe unter dem Motto „Artenkenner 4.0 – Schwarmtiere/Vögel“ ist die Regierung von Oberfranken bzw. das Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz.

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Der Natur auf der Spur: Wer die Fährten der Tiere richtig lesen kann, der ist ein echter Artenkenner. André Maslo von der Ökologischen Bildungsstätte Mitwitz hilft den Drittklässlern bei der Deutung. Fotos: Angela Hennemann

Eindrucksvolle Darbietungen bei Dauerregen

17 Männer der Feuerwehr Oberleiterbach meistern Leistungsprüfung mit Bravour

OBERLEITERBACH Nein, Petrus kannte kein Erbarmen mit den Feuerwehrleuten in Oberleiterbach, weder bei den zwei Wochen intensivster Vorbereitung noch bei der Leistungsprüfung selbst. Bei Dauerregen und sogar Schneefall hatten sie ihr Können perfektioniert, auch am Prüfungstag regnete es zeitweise heftig und kräftig. Doch davon ließen sich die Mannen um Kommandant Benedikt Hennemann und Gruppenführer Michael Hennemann nicht beeindrucken. Im Gegenteil: Alle drei Gruppen meisterten die Leistungsprüfung souverän, zweimal wurde die vorgegebene Soll-Zeit von vier Minuten um fast eine unterschritten. Was für eine Leistung!

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Nach bestandener Leistungsprüfung: Die Teilnehmer der Feuerwehr Oberleiterbach mit (hinten, v. li.) den Schiedsrichtern Matthias Schliereth, Reiner Nastvogel sowie Kommandant Benedikt Hennemann und (v. re.) Klaus Jungkunz, Kreisbrandmeister Andreas Schnapp und Zweitem Bürgermeister Andreas Schonath.

Raspler ziehen durch das Dorf

18.04.2019 „Wir rufen den Engelsgruß“, schallt es am Gründonnerstag pünktlich um 18 Uhr durch die Straßen und Gassen von Oberleiterbach. Die Kartage beginnen, die Glocken schweigen – und rund ein Dutzend Kinder und Jugendliche aus dem Ort ziehen rufend und mit lautem Geknatter durch das Dorf. Dabei heißt es am Karfreitag und am Samstag richtig früh aus den Federn quälen: Um 6 Uhr beginnt die erste Runde für die Ratschenkids. Insgesamt machen sie sich ein Dutzend Mal auf den Weg. Ihren Lohn sammeln sie dann am Samstagnachmittag: Mit dem Spruch „Ihr Leut‘, gebt eure Eier, zu dieser Osterfeier, Ihr Leut‘, gebt eure Eier her, eure Hühner leg’n schon mehr“ ziehen die Raspler von Haus zu Haus und erhalten Süßigkeiten und andere Aufmerksamkeiten als Dankeschön. Text/Foto: Markus Drossel


Osterschmuck in Oberleiterbach

15.04.2019 Ostern ist in Oberleiterbach heuer doppelt so schön. Warum? Weil es heuer doppelten Grund gibt, sich zu (er-)freuen. Der Gartenbauverein hat heuer nämlich nicht nur den kleinen Dorfplatz österlich gestaltet, sondern auch dem Goldbrunnen wortwörtlich die Krone aufgesetzt. Eine Osterkrone wurde zuletzt vor einigen Jahrzehnten aufgestellt, heuer wurde der Wunsch so manchen Lätterbochers, diese Tradition möge doch wiederbelebt werden, erhört. Und es ist wirklich toll geworden! Nach dem Schmücken gab es ein kleines Fest im Gemeinschaftshaus: Bei Spanferkel und Ebinger blieb so macher Gast gerne etwas länger sitzen. Text/Foto: Markus Drossel


Naturschützer, Vordenker und Kulturträger

Der Gartenbauverein Oberleiterbach hat sich für das Jahr 2019 wieder richtig viel vorgenommen. Wie der Markt Zapfendorf im Wettbewerb „Klimafreundliche Kommune“ mit dem Vorzeigedorf punkten will.

 

OBERLEITERBACH Silber auf Landesebene: Für das kleine Dorf mit seinen knapp 275 Einwohnern war das im vergangenen Jahr ein Riesenerfolg. Maßgeblichen Anteil daran hatte der Gartenbauverein, der immer wieder motivierte und sich engagierte. Kein Wunder also, dass der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ein Schwerpunkt in der Jahresversammlung im Gemeinschaftshaus war. Vorsitzender Harald Hümmer aber stellte heraus: Seine Mitglieder werden nicht müde, sich auch in Zukunft unermüdlich für ihren Ort einzusetzen. Ideen und Projekte gibt es so einige.

In seinem Rückblick erinnerte Hümmer an viele gelungene Veranstaltungen wie das Herbstfest, der Kochabend und die Dorfweihnacht. Hinzu kamen sieben Vorträge, Sitzungen und Workshops zum Thema Biodiversität. Noch ehe in Bayern das Thema Artenvielfalt die Massen motivierte, wurde in „Lätterboch“ also schon angepackt und umgesetzt. Angepackt wurde auch im Rahmen des Jubiläums des Freistaats: Es gab eine ganze Festwoche unter dem Motto „Wir feiern Bayern“, Höhepunkt war das Illuminationsprojekt „Oberleiterbach leuchtet“, das tausende Gäste in den Ort lockte. Ein Leuchtturmprojekt im wahrsten Sinne des Wortes, das die Dorfbewohner ganz alleine stemmten.

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Ein neues Führungstrio für die Feuerwehr

Michael Hennemann, Niko Dumsky und Markus Drossel haben die Leitung der FFW Oberleiterbach übernommen. Eine hohe Auszeichnung wurde Nikolaus Teufel und Adolf Demuth zuteil. Doch ein wichtiges Einsatzgerät macht Sorgen.

25.03.2019   Alles neu macht der … März. Zumindest bei der Freiwilligen Feuerwehr Oberleiterbach. Neuer Vorsitzender des Vereins ist Michael Hennemann, die beiden Kommandanten heißen Niko Dumsky und Markus Drossel – und auch sonst wurde bei der Jahresversammlung im Gemeinschaftshaus jeder Posten in der Führungsmannschaft umbesetzt.

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Kirchenverwaltungsmitglieder neu bestimmt

24.03.2019 Warum Bewährtes ändern, wenn es doch so hervorragend läuft? Genau das dachte sich die Kirchengemeinde Oberleiterbach, als sie die Vertreter der Kirchenverwaltung für die nächsten sechs Jahre neu bestimmte.

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Kindergärten für Insekten eingerichtet

Dorfjugend bastelt für den Erhalt von Wildbienen und -wespen

18.03.2019   Stängel um Stängel steckt Mira das Schilf in die gelbe Blechdose. Die 4-Jährige geht mit viel Akribie zu Werke, scheint das Gewusel um sie herum vergessen zu haben. Die kleine Naturschützerin hat in diesem Moment nur Augen für ihr Projekt: ein besonders tolles Insektenhotel, ein Domizil für Wildbienen, das nach Fertigstellung sogar ein wenig der ihr bestens bekannten Biene Maja ähnelt.

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Förderer, Forscher und Finanzminister

Soldaten- und Kameradschaftsverein ernennt Georg Seelmann zum Ehrenmitglied

OBERLEITERBACH   Er ist eine unermüdliche Triebfeder im Verein: Seit 1974 gehört Georg „Geo“ Seelmann dem Soldaten- und Kameradschaftsverein an, war von Dezember 1981 bis November 1987 sogar 2. Vorsitzender. Im März 2007 wurde er zum „Herrn der Zahlen“ bestimmt. Diese Aufgabe bewältigt der heute 70-Jährige mit viel Liebe zum Detail, hat vor allem beim jährlichen Dorffest jeweils Herkulesaufgaben zu stemmen. Darüber hinaus gehört seine Liebe der Familien- und Ahnenforschung im Dorf. Seine Hingabe wurde in der jüngsten Hauptversammlung im Gemeinschaftshaus belohnt: Vorsitzender Gerhard Senger übergab dem Kassierer unter großem Beifall die Urkunde zur Ernennung als Ehrenmitglied.

„Der Geo hat jüngst zu mir gesagt: Dieser Verein liegt mir besonders am Herzen“, erinnerte sich der Vorsitzende. Wahre Worte, blickt man auf dessen Leistungen und Anstrengungen zurück. Auch die Ivo-Hennemann-Gedenktafel, die Renovierung der Pager-Tafel und dergleichen mehr gehen auf das Konto des Kassierers. „Geo macht das alles mit sehr viel Herzblut“, so Senger. Mit dem Titel Ehrenmitglied geht der Verein durchaus sparsam um: Derzeit gibt es nur zwei, dazu einen Ehrenvorsitzenden. „Er hat diese Auszeichnung sehr verdient.“

Gemeinsam mit dem neuen Ehrenmitglied Georg Seelmann (2. v. li.): Die Vorstandsmitglieder Stephan Metzner, Vorsitzender Gerhard Senger, Franz Hennemann und Maria Helmreich gratulieren zur Auszeichnung. Foto: Drossel

Unterm Strich ein sattes Plus

Dabei steht der Verein finanziell gesund da, genießt dank seines Engagements als Kulturträger und Förderer einen hervorragenden Ruf. Georg Seelmann schloss seine Kassenbilanz des Vorjahres mit einem satten Plus, Vorsitzender Senger hatte von zahlreichen Aktivitäten zu berichten. Die Christbaumversteigerung war einmal mehr ein großer Erfolg, die Winterwanderung gut besucht, die Georgentagesfeier gut angenommen. Bei der Soldaten- und Friedenswallfahrt Vierzehnheiligen wirkten die Oberleiterbacher ein letztes Mal ein letztes Mal organisatorisch mit, obwohl sie es nach drei Jahrzehnten Federführung nicht mehr tun wollten. Lange stand die Großveranstaltung auf der Kippe, nur durch beherztes Eingreifen – auch der „Lätterbocher“ – konnte sie gerettet werden.

Die Haussammlung der Kriegsgräberfürsorge erbrachte 328 Euro, die der Verein auf 400 Euro aufstockte. Und dann war da noch der jährliche Höhepunkt an Mariä Himmelfahrt: „Beim Dorffest haben wir mittlerweile das Maximum erreicht. Wir haben noch einmal aufgestockt, hatten noch mehr zu bieten und noch mehr Gäste. Mehr aber können wir nicht mehr leisten“, sagte der Vorsitzende. „Da hilft das ganze Dorf zusammen.“ Und genau diesen Helfern dankte er.

Ein unschätzbares Zeitdokument

Wie zum Beweis präsentierte Georg Seelmann, gleich nachdem er die Urkunde überreicht bekommen hatte, sein neuestes Werk: Sorgfältig hatte er Bilder des „Krieger- und Militärvereins“ zusammengetragen, so die Vermissten und Gefallenen des Zweiten Weltkriegs fein säuberlich recherchiert und ihre Porträts zur Collage vereint. Ein unschätzbares Zeitdokument.

Im vergangenen Jahr war das Vorstandsteam neu gewählt worden. Mit einer Ausnahme: Es fand sich kein Schriftführer. Auch bei dieser Hauptversammlung erklärte sich niemand von den Anwesenden bereit. So übernimmt Zweiter Vorsitzender Nikolaus Kunzelmann nun auch diese Aufgabe. Kassierer Georg Seelmann reagierte mit Unverständnis: „Bei 52 Mitgliedern wird doch jemand den Posten übernehmen können?“ Keine Frage: Bei den Veranstaltungen wie das Dorffest, das auch im vergangenen Jahr Tausende Gäste lockte, helfen alle mit. Doch offiziell in die Pflicht nehmen lassen? Fehlanzeige. Vorsitzender Gerhard Senger appellierte deshalb ebenfalls ans Plenum.

Leo Eberth, Udo Seelmann und Andreas Raab studieren die Erinnerungs-Collage an den „Krieger- und Militärverein Oberleiterbach“. Foto: Drossel

Eine lebendige Schießgruppe

Stephan Metzner, der Leiter der Schießgruppe, freute sich über ein Mitglied mehr im Vergleich zum Vorjahr. Die 36 Schützen trafen sich zu 13 Veranstaltungen am Wolfsanger mit Kleinkaliber sowie Pistole. Den Wanderpokal mit dem Großkalibergewehr auf 100 Meter sicherte sich Leonhard Eberth. Sieger des Pokalschießens wurde Stefan Amon. Metzner informierte, dass man auf Wunsch der Jugendleitung der Dorfjugend heuer vor dem Pokalschießen ein Schnupperschießen mit dem Luftgewehr ermöglichen wolle. Das befürworteten die Versammlungsteilnehmer. Auch Kassenprüfer Eduard Herold hatte nichts zu beanstanden, im Gegenteil: Er lobte die Vorstandsmitglieder im Allgemeinen und Kassierer Georg Seelmann in den höchsten Tönen. Die Entlastung erfolgte einstimmig.

Zu guter Letzt blickte Vorsitzender Gerhard Senger voraus: Der Soldaten- und Kameradschaftsverein hat sich für das Jahr 2019 wieder viel vorgenommen. Natürlich gibt es auch heuer wieder am 15. August das große Dorffest, darüber hinaus findet der Volkstrauertag heuer in Oberleiterbach statt. Und am 5. Mai sind die „Lätterbocher“ wieder Teil der Soldaten- und Friedenswallfahrt, dann aber nur als „normale“ Teilnehmer der Demonstration für Glaube und Friede. Weitere Termine des Vereins gibt es auf dem Vereinskalender des Ortes, der auch unter www.oberleiterbach.de einsehbar ist. M. Drossel


Beim Workshop wurde in mehreren Arbeitskreisen diskutiert und erarbeitet, wie die Artenvielfalt geschützt werden kann. Deutlich wurde, dass dieses Unterfangen nur gelingen kann, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Foto: Hümmer

„Wir müssen unsere Bauern mit ins Boot nehmen und motivieren“

Workshop Artenvielfalt und Biodiversität bringt viele Ideen – Auftakt für viele weitere Treffen

07.03.2019   „Unser Dorf ist wunderschön und liegt in traumhafter Natur eingebettet. Wir müssen dafür sorgen, dass das auch so bleibt!“ Bei dieser Aussage waren sich alle Anwesenden im Gemeinschaftshaus absolut einig. „Doch wie kann es uns gelingen, dass wir mit kleinen Schritten ein lebenswertes Dorf und ein attraktives Umfeld für Menschen und Tiere gleichermaßen erhalte?“ Genau dieser Fragestellung gingen die Teilnehmer beim Tages-Workshop Artenvielfalt und Biodiversität nach. Er soll der Auftakt zu einer ganzen Reihe von Treffen und Veranstaltungen sein.

Eingeladen zu diesem Arbeitstreffen hatte der Gartenbauverein um die Vorsitzenden Harald Hümmer und Angela Hennemann. Die Devise: nicht auf dem ausruhen, was im Bioenergiedorf in den vergangenen Jahren erreicht wurde, sondern weitere Mosaiksteinchen ergänzen. So gibt es im direkten Umfeld des Ortes schon eine Vogelschutzhecke und breite „Rangen“, die Rückzugsgebiete für Kleintiere aller Art sind. Auch wurden schon im vergangenen Jahr Blühstreifen angelegt, die allerdings aufgrund der langen Trockenheit eher schlecht als recht wuchsen. Die Teilnehmer aber waren sich einig, dass da noch mehr möglich ist. Aber nur, wenn alle an einem Strang ziehen.

Hierzu ist jedoch bei den Ortsbewohnern noch etwas Überzeugungsarbeit zu leisten. Gartenbauverein, die weiteren Dorfbewohner und die Landwirte der Region gleichermaßen. „Wenn wir einem flächendeckenden Maisanbau entgegenwirken wollen, müssen wir müssen unsere Bauern mit ins Boot nehmen und motivieren“, lautete daher eine Forderung im Workshop. Auch wenn es rund um „Lätterboch“ schon etliche Streuobstwiesen gibt: Die Vernetzung der ökologisch wichtigen Grünflächen, Hecken und Streuobstwiesen wäre ein wichtiger Schritt. Zudem könnte der ein oder andere weitere Baum könne nicht schaden, zeigten sich die Mitwirkenden überzeugt. Ausreichend natürlichen Lebensraum für die Pflanzen und Tierwelt zur Verfügung zu stellen wir hierbei eine der Herausforderungen sein.

So werden die gemeindlichen Grundstücke zwar von „Beetpaten“ gehegt. Einige dieser Bereiche aufzuwerten und mit Blumen- und Kräuterbereichen, um für Bienen, Käfer oder Schmetterlinge Nutzwert zu schaffen, ist eine der geplanten Aktionen des Gartenbauvereins in diesem Jahr. Das sieht nicht nur hübsch aus, sondern bietet Kleintieren ein überlebenswichtiges Nahrungsangebot. Die Vertreter der Dorfjugend fassten ins Auge, Insektenhotels zu bauen oder Schauvogelkästen zu installieren, um den Kindern im Ort die heimischen Vögel besser näherbringen zu können. Zapfendorfs Bürgermeister, der selbst am Workshop teilnahm, zeigte sich begeistert vom Elan der Einwohner in seinem Gemeindeteil: Er informierte, dass die Gemeinde plane, am Wettbewerb „Klimaaktive Kommune 2019" teilzunehmen. Und dann werde Oberleiterbach die Gallionsfigur sein.  M. Drossel


Wenn Prinzessin Lea Elefantenpolo spielt

Lustige Spiele waren beim Kinderfasching im Gemeinschaftshaus Trumpf

05.03.2019   Nennen wir es Elefantenpolo. Oder doch besser Strumpfhosenkopfgolf? Wie auch immer: Das Spiel, bei dem die Akteure mit einer Damenstrumpfhose auf dem Kopf und einem Ball in einem der Beinenden einen anderen Ball von der Pylone bugsieren mussten, machte den Narren beim Kinderfasching richtig viel Spaß. Überhaupt war die Laune am Rosenmontag prächtig: Die Dorfjugend hatte ins Gemeinschaftshaus geladen – und zahlreiche Faschingsfreunde aus dem Ort, dem Gemeindegebiet und darüber hinaus waren gekommen.

In den kunterbunt dekorierten Haupt- und Nebenräumen war das große Wuseln angesagt: Spider und Iron Man hatten ein Stelldichein mit Star-Wars-Prinzessin Lea, Marienkäfer, Einhorn, Cowboy, Katze und Krokodil. Sie alle tobten, tollten, tanzten das „Fliegerlied“, kramten zu Olaf Hennings Song das Lasso raus (und spielten Cowboy und Indianer) oder wackelten zum Ententanz mit den Hinterteilen – und sammelten eifrig Süßigkeiten, denn immer wieder ließen es die Organisatorinnen Angela Hennemann und Sonja Göbel Bonbons regnen.

Natürlich gab es auch viele tolle Spiele. Klassiker wie Schaumkopfwettessen waren ebenso dabei wie das superlustige Luftballonwettstopfen in den Maleranzug oder eine originelle Miniaturvariante der „Reise nach Jerusalem“ auf Bierfilzen. Stundenlang fielen die Löcher aus dem Käse, bis die Kinder am Abend dann erschöpft, aber überaus glücklich wieder nach Hause gingen.   M. Drossel

 


Geschafft: Diese Feuerwehrleute aus den Marktgemeinden Zapfendorf und Ratteldorf haben die Zwischenprüfung der Modularen Truppmannausbildung gemeistert. Dazu gratulieren unter anderem Kreisbrandmeister Andreas Schnapp und Bürgermeister Volker Dittrich. Foto: M. Herold
Die fünf Teilnehmer der Freiwilligen Feuerwehr Oberleiterbach: (v. li.) Stefan Krähmann, Philipp Seelmann, Niko Dumsky, Michael Krähmann und Markus Drossel. Foto: A. Demuth

Fünf neue Truppmänner für die Feuerwehr

 

24.02.2019   Wer sich als Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau für Brandeinsätze oder Technische Hilfeleistungen  zur Verfügung stellt, der tut das zwar freiwillig und „Gott zur Ehr‘“, muss aber perfekt ausgebildet sein. Die Basis dafür wird mit dem Truppmannlehrgang gelegt – oder, wie es seit einigen Jahren heißt: Der Modularen Truppmann-Ausbildung, kurz MTA.

Fünf Feuerwehrkameraden stellten sich seit September dieser intensiven Ausbildung: Niko Dumsky, Michael Krähmann, Stefan Krähmann, Philipp Seelmann und Markus Drossel opferten eine dreistellige Zahl an Stunden, um sich für den Dienst am Nächsten schulen zu lassen, in Theorie sowie in Praxis. Bereits das Jahr zuvor hatte sie Kommandant Benedikt Hennemann intensiv vorbereitet. Viele Stunden wurde im Feuerwehrhaus gepaukt.

An der MTA von September bis Mitte Februar nahmen Feuerwehrler aus allen Teilen des Marktes Zapfendorf sowie aus Ebing teil. An den Freitagabenden wurde theoretisches Wissen verinnerlicht, von Grundlagen zur Feuerbildung über richtige Handhabung von Feuerlöschern, Gefahrguteinsätzen und Einsatzhygiene bis hin zu Eigenschutz und Notfallseelsorge. Die meisten Theorieeinheiten fanden im Rathaus Zapfendorf statt, aber auch in Sassendorf und in Oberleiterbach, jeweils im Gemeinschaftshaus. Wie schnell die Theorie in Praxis umschlagen kann, zeigte ein Freitagabend im Oktober: Während des Vortrags des Referenten schlugen die Piepser der Zapfendorfer an und heulte die Sirene auf dem Rathausdach: Aus dem fiktiven Szenario wurde der Ernstfall.

Von Digitalfunk bis Gerätekunde

Die Samstage standen im Zeichen der praktischen Übungen: Knoten und Stiche, Leiter stellen, der Aufbau von Schere und Spreitzer nach Verkehrsunfällen, Verwendung von Schaufeltrage, Rettungstuch und Spineboard, Gerätekunde am Löschgruppenfahrzeug (LF) und Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) – und, und, und. Hinzu kam eine Digitalfunkschulung. Ebenso stand Erste Hilfe auf dem Lehrplan – und das deutlich intensiver als bei Führerscheinanwärtern.

Anfangs passten die Teilnehmer kaum in den Sitzungssaal im Rathaus, allmählich wurden es immer weniger. Gut ein Viertel der MTAler, die sich am Anfang einfanden, strichen im Laufe der Monate die Segel. Die fünf Oberleiterbacher aber hielten durch.

Die Prüfer beindruckt

Letztlich waren es 36 Feuerwehrler, die sich am Samstag, 23. Februar, dem schriftlichen Text und der praktischen  Prüfung stellten. Bei letzterer galt es, die Arten, die Funktionsweise und die Handhabung von Feuerlöschern zu erklären sowie den Rettungsknoten zu knüpfen. Außerdem wurde das Auffinden einer bewusstlosen Person simuliert und die Inbetriebnahme eines Überflurhydranten abgefragt. All das waren Einzelaufgaben. Perfektes Zusammenspiel war zum Schluss beim Stellen einer Steckleiter gefragt. „Rettung einer Person aus dem zweiten Obergeschoss“ hieß das Szenario.

„Top ausgebildet“, „eine hervorragende Leistung“ und „schnell und effektiv gearbeitet“: Die Lobesworte, die die Laudatoren am Ende des Basismoduls zur Modularen Truppmannausbildung für die Prüflinge fanden, gingen selbigen runter wie Öl. Kreisbrandinspektor Thomas Renner, Kreisbrandmeister Andreas Schnapp, Bürgermeister Volker Dittrich und Stützpunktkommandant Stefan Eichelsdörfer waren überaus stolz auf die 36 Teilnehmer. Die Feuerwehrler aus Zapfendorf, Lauf, Unterleiterbach, Oberoberndorf, Oberleiterbach, Sassendorf, Kirchschletten sowie Ebing beeindruckten die Prüfer geradezu mit ihrem theoretischen Wissen und praktischen Können.

Großes Lob von der Landkreisführung

„Das war die größte Gruppe, die wir jemals im Landkreis Bamberg hatten“, sagte KBM Schnapp. Und er machte auch keinen Hehl daraus: eine der besten. Bürgermeister Dittrich zeigte sich tief beeindruckt und versprach, dass der Markt Zapfendorf den Feuerwehren immer zur Seite stehe, wenn es um die Anschaffung von Ausrüstung gehe. Und Stützpunktkommandant Stefan Eichelsdörfer lobte, dass das große Opfer an Freizeit gar nicht hoch genug zu bewerten sei.   M. Drossel

400 Euro für Restaurierung des Ivo-Bildes gespendet

07.02.2018   Das Gedenken an den berühmtesten Sohn des Ortes in Ehren halten, das hat sich der Soldaten- und Kameradschaftsverein Oberleiterbach zur Aufgabe gemacht. Schon im Jahr 2015 brachten die Vereinsmitglieder eine schmucke gläserne Hinweistafel für den berühmten Einsiedler vom Staffelberg, Franziskanerfrater Ivo Hennemann, an der Kirchenmauer des Dorfes an, und damit unweit des Ortes, wo er begraben liegt. Als Kassierer Georg Seelmann (2. v. li.) nun vor kurzem in der Zeitung las, dass das Bildnis des Einsiedelmanns in der Staffelbergklause kostspielig renoviert wurde, regte er an, die Restaurierung finanziell zu unterstützen. Bei Vorsitzendem Gerhard Senger (li.), 2. Vorsitzendem Nikolaus Kunzelmann (2. v. re.) und Ausschussmitglied Franz Hennemann (re.) rannte er mit seinem Vorschlag offene Türen ein. So übergab der Soldaten- und Kameradschaftsverein 400 Euro an die katholische Kapellenstiftung, die Eigentümer der Klause und damit des Bildes ist. Dafür bedankte sich stellvertretend Kirchenpfleger Peter Würker. Text/Foto: M. Drossel


Freuen sich mit Peter Würker (hinten, re.) über die 570 Euro, die der Wendekalender erlöste: (v. li.) Max Diller, Antonia Schuster, Angela Hennemann, Anna Hennemann, Sonja Göbel, Jana Göbel (mit Scheck) und Sarah Drossel.      

Stolze 570 Euro für „ihren Ivo“

Dorfjugend übergibt Erlös aus Wendekalender-Verkauf

30.01.2019   „Das ist ein Riesenerfolg!“ Der Bad Staffelsteiner Kirchenpfleger Peter Würker steht in der Staffelbergklause auf dem Staffelberg und strahlt Angela Hennemann und Sonja Göbel an. Soeben haben die beiden Leiterinnen der Dorfjugend Oberleiterbach ihm eröffnet, dass ihr Projekt Wendekalender 570 Euro für die Sanierung des Einsiedler-Ivo-Bilds erbracht hat. Würker begibt sich in die Hocke, schüttelt auf Augenhöhe jedem der Kinder, die beteiligt waren, die Hände: „Eine wirklich tolle Aktion. Herzlichen Dank!“

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Als die Kinder aus Oberleiterbach hörten, dass das Bild „ihres“ Einsiedler Ivo, der in ihrem Dorf geboren wurde und hier begraben liegt, renoviert wird, zögerten sie nicht lange: Die Idee des Dauerkalenders entstand. Auf der einen Seite sind Bilder des Fotowettbewerbs zu sehen, für den sie selbst Bilder knipsten. Die andere Seite zieren Fotos von OT-Redakteur Markus Drossel, der das Illuminationsprojekt „Oberleiterbach leuchtet“ für die Nachwelt festhielt. Mit dem gedruckten Werk zogen die Kinder dann von Haus zu Haus, verkauften den Kalender im Ort und an Verwandte, Freunde, Bekannte und weitere Interessenten.

„Es ist echt Wahnsinn und bewundernswert, wie sich die Kinder eingesetzt haben“: Auch Gottfried Schmitt, der Wirt der Staffelbergklause, hat großen Respekt vor der Leistung. „Das ist wirklich, wirklich toll.“ Als Dankeschön bekommen die Kinder eine laminierte Urkunde aus den Händen von Peter Würker. Außerdem waren sie eine der Ersten, die einen Blick auf das frisch restaurierte Gemälde des Einsiedelmanns werfen durften.                                                                                Markus Drossel

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Konturen und frische Farben statt Ruß und Nikotin

Bild von Einsiedler Ivo nach Restauration wieder in Staffelbergklause aufgehängt

26.01.2019   „Einsiedelmann ist nicht zu Haus‘“ – Diese Zeile aus der berühmten Frankenhymne war in den vergangenen Wochen wörtlich zu nehmen, doch nun ist Eremit Ivo Hennemann, dank Dichterfürst Joseph Victor von Scheffel der bekannteste Bewohner des Staffelbergs, wieder zurück in seiner Klause. Nach aufwändiger Restauration wurde das Ölgemälde des Franziskanerpaters wieder an seinem angestammten Platz aufgehängt. Möglich geworden war die Sanierung dank etlicher Spender.

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„Ja, sehr gerne.“ Restaurator Stephan Löffler aus Kronacher lässt die Frage, ob er diese Arbeit gerne übernommen habe, nicht einmal ganz zu Ende stellen, ehe er antwortet und lächelt. Löffler mag Herausforderungen, und das vergilbte Bildnis des Einsiedlers war eine gewaltige. Ruß und Nikotin hatten dem Gemälde des unbekannten Künstlers, das einst mit Öl auf Leinwand gemalt, zunächst in einen Keilrahmen gespannt wurde und später aus Stabilitätsgründen auf Holz gezogen wurde, gewaltig zugesetzt. „Es hatte nahezu keine Farbigkeit und keine Konturen mehr“, erklärt der Fachmann. „Zwar wurde in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder versucht, es zu restaurieren, aber man drang aufgrund der starken Verschmutzung nie bis auf die Grundschicht durch.“ Stattdessen festigten die früheren Restauratoren bei ihren Versuchen den Dreck der Jahrzehnte wohl aus Unwissenheit noch und überzogen ihn mit Firnis.

Zwei Monate brauchte Stephan Löffler für seine Arbeit. Er schaffte es tatsächlich, „die ganze Pampe“ (O-Ton Löffler) vom Bild aus der Mitte des 19. Jahrhunderts zu entfernen. Nun ist nicht nur Einsiedler Ivo mit seinem schneeweißen Vollbart wieder zu erkennen, auch Details wie die Kordel an seinem Habit sind wieder zu sehen. „Und wir haben eine Signatur entdeckt: ,Ivo Eremit vom Staffelberge‘.“ In feinstem Krakele, wie der Fachmann es nennt.

Mit dem Resultat war der Künstler ebenso zufrieden wie Kirchenpfleger Peter Würker als Vertreter der Kapellenstiftung (ihr gehört die Staffelbergklause) und Herbert Müller, der Initiator der Aktion. Unter seiner Regie war bereits im Vorjahr das andere Eremitenbildnis in der Klause, das von Jakob Heß, im vergangenen Jahr saniert worden. Würker sprach von zahlreichen Einzelspendern für das Ivo-Bildnis, von 20 bis 1000 Euro. Gut die Hälfte der Gäste der Feierstunde in der Staffelberg waren Oberleiterbacher. Kein Wunder, stammte doch der Eremit aus „Wohlauf die Luft“ aus eben diesem Dorf. Und so freute sich Kirchenpfleger Peter Würker, dass der kleine Ort aus dem Nachbarlandkreis fast 1000 Euro für die Renovierung beigesteuert hatte (siehe weitere Berichte). Die Kinder aus Oberleiterbach umrahmten den Festakt mit Gesang: Sie gaben die Frankenhymne zum Besten.

Initiator Herbert Müller dankte allen Beteiligten, die die Sanierung der Eremiten-Bilder möglich gemacht hatten. Die Idee dazu sei vor rund zwei Jahren entstanden, so der Staffelbergfreund aus Kronach. Und mit den Kosten von veranschlagten 4000 Euro je Gemälde sei man insgesamt sehr gut hingekommen. Nun wolle er noch versuchen, zusammen mit einem renommierten Museumsbeleuchtung Lichtakzente zu setzen, so dass die Kunstwerke noch besser zur Geltung kommen.

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2.b.v.l Restaurator Stefan Löffler zeigt eine Fotografie, wie das Gemälde von Ivo Hennemann vorher ausgesehen hat. Vom jetzigen Zustand unterscheiden es Welten. Foto: Markus Drossel

3.b.v.l Freuen sich über eine gelungene Restaurierung: (v. li.) Initiator Herbert Müller, Bezirksheimatpfleger Professor Günter Dippold, Kirchenpfleger Peter Würker, Stadtpfarrer Georg Birkel, Zweiter Bürgermeister Hans-Josef Stich und Künstler Stefan Löffler. Foto: Markus Drossel

4.b.v.l Klingendes Denkmal für Einsiedler Ivo Hennemann: Der Kinderchor aus Oberleiterbach sang Joseph Victor von Scheffels „Wohlauf die Luft“. Foto: Markus Drossel

 

„Mit dem gutmütigsten Gesichte von der Welt“

Bezirksheimatpfleger Professor Günter Dippold über Ivo Hennemann

26.01.2019 Bezirksheimatpfleger Professor Günter Dippold hielt im Rahmen der Feierstunde in der Staffelbergklause ein historisches Referat über die Eremiten auf dem Staffelberg und legte dabei den Schwerpunkt auf Einsiedler Ivo Hennemann, der der Viertletzte auf dem „Berg der Franken“ gewesen ist. Erstmals lasse sich ein Eremit im Jahre 1696 nachweisen, der letzte habe das Felsplateau im Jahr 1929 verlassen, so der Fachmann. „Im Übrigen war meine Ur-Ur-Großmutter eine gebürtige Hennemann aus Oberleiterbach“, fügte er mit einem Schmunzeln hinzu.

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Ivo war der Ordensname, den Johann Hennemann, geboren am 26. Februar 1824 in Oberleiterbach als Sohn einer Bauersfamilie, erhielt. Im Juli 1853 trat der kaum 1,50 Meter große Mann, nach einem siebenmonatigen Noviziat beim Altvater der bayerischen Eremiten in Bad Abbach der bayerischen  Eremitenkongregation bei. Am 8. November 1855 wurde er beim Staffelsteiner Bürgermeister vorstellig und bewarb sich „um die Kirchenstelle auf dem Staffelberg dahier, mit welcher zugleich eine Eremitage verbunden ist.“ Mit staatlicher und kirchlicher Genehmigung zog Ivo Hennemann Anfang 1857 auf den Staffelberg.

Vier Jahrzehnte blieb er auf dem „Berg der Franken“. In diese Zeit fallen mehrere Baumaßnahmen: 1871 wurde an die Adelgundiskapelle ein Turm angebaut, und 1894 ließ man das Innere des Gotteshauses restaurieren. Es war jeweils Ivo, der die Werbetrommel rührte und so die Finanzierung sicherte. Gleiches galt, als es 1883 die baufällige, in Fachwerk errichtete Klause von 1690 zu ersetzen galt, die sich bereits bedenklich den Hang hinunter zu neigen begann. „Tag für Tag läutete Ivo Hennemann die Glocke der Adelgundiskapelle, er ministrierte, wenn Gottesdienst gefeiert wurde, und solange es seine Gesundheit erlaubte, ging er täglich hinunter nach Staffelstein“, so Dippold. „Die kleine untersetzte Gestalt […] mit dem gutmütigsten Gesichte von der Welt, darin freundlich milde Augen“, so erinnerte sich Joseph Hofmann 1926, war überaus beliebt und wurde bejubelt, vor allem von den Kindern.

Während seiner Eremitenzeit wurde der Staffelberg beliebtes Touristenziel, Ivo hatte immer mehr Gäste zu bewirten, vor allem im Sommer. Dabei hatte der Oberleiterbacher ein großes Herz: Arme Studenten mit schmalem Geldbeutel bekamen durchaus auch das ein oder andere Getränk umsonst, ein Liedlein als Gegenleistung genügte. Das wandelte sich, als Ivo, mittlerweile schon reichlich betagt, dem Ansturm nicht mehr alleine Herr werden konnte. Der Romansthaler Schneider Pankraz Rudel quartierte sich bei ihm ein („von der Gestalt wie ein Querkerla“, so Dippold), verprellte aber die Gäste, da er mehr raffgierig denn mildtätig war.

Letztlich griff die Stiftsverwaltung 1896 durch und schickte Benediktiner Antonius Kempf als weiteren Eremiten auf den Staffelberg. Mit Ivo Hennemann aber tat das nicht gut: Er übersiedelte am 9. Oktober 1897 wieder in sein Heimatdorf Oberleiterbach über, wo er am 13. September 1900 im Haus seines Bruders Matthäus 76-jährig starb. Sein Grab ist noch immer im Schatten der Sankt-Laurentius-Kirche zu finden.   Markus Drossel

 

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Professor Günter Dippold bei seinem Vortrag über die Eremiten auf dem Staffelberg. Foto: Markus Drossel


Schießgruppe Oberleiterbach: Termine stehen fest

16.01.2019     Ursprünglich als Krieger- und Militärverein von 26 Teilnehmern des Ersten Weltkriegs gegründet, ist der Soldaten- und Kameradschaftsverein Oberleiterbach von 1926 längst kein reiner Verein von Veteranen und Wehrangehörigen mehr. Der Verein, der heute von Gerhard Senger und Stellvertreter Nikolaus Kunzelmann geleitet wird, hat seine Weichen für die Zukunft gestellt und sich so zum Kulturverein gewandelt, freilich ohne seine Wurzeln zu vergessen. Ein wichtiger Anziehungspunkt für neue Mitglieder im Allgemeinen und „junge Gesichter“ im Speziellen: die 1981 gegründete Schießgruppe um Leiter Stephan Metzner.

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Dieser hat jüngst die Schießtermine mit den Verantwortlichen der Scharfschützen-Gesellschaft Bad Staffelstein/Ebensfeld festgelegt, in deren Schießhaus am Wolfsanger die Oberleiterbacher  ihrem Sport nachgehen. So treffen sich die Kleinkaliberschützen an folgenden Dienstagen jeweils um 20 Uhr: 12. März (Anschießen), 2. April, 7. Mai, 28. Mai, 4. Juni, 7. Juli, 30. Juli, 3. September, 1. Oktober und 5. November (Abschießen). Pistolen-Schießen findet, ebenfalls am Wolfsanger, am Mittwoch, 13. März, und Mittwoch, 6. November, Beginn jeweils um 19.30 Uhr, statt.

Selbstverständlich lobt der Soldaten- und Kameradschaftsverein auch in diesem Jahr ein vereinsinternes Pokalschießen aus. Am Samstag, 13. Juli, haben die Schützen von 15 bis 16.30 Uhr die Möglichkeit, ihre Treffsicherheit unter Beweis zu stellen und sich einen der begehrten Pokale zu sichern. Die Preisverteilung findet ab 18 Uhr im Gemeinschaftshaus in Oberleiterbach statt. Bei gemütlichem Beisammensein, versteht sich. Die Jahrestermine der Schießgruppe und des Gesamtvereins finden sich auch im Jahreskalender aller Vereine des Ortes, den Philipp Kunzelmann derzeit erstellt.

Und wer Mitglied werden möchte oder einfach mal in den Schießsport hineinschnuppern möchte, der kann sich vertrauensvoll an Stephan Metzner wenden.                      M. Drossel

Weniger…

Der neue Vereinskalender ist fertig!

25.01.2019  Dieses Stück kartoniertes Papier ist für viele Oberleiterbacher ein wichtiger Begleiter durchs Jahr: Der Vereinskalender mit allen wichtigen Terminen von Soldaten- und Kameradschaftsverein nebst Schießgruppe, Gartenbauverein, Kirchengemeinde, Jugendgruppe und Freiwilliger Feuerwehr erfreut sich stets großer Beliebtheit.

Doch nur die wenigsten Nutzer können sich vorstellen, wieviel Arbeit dahintersteckt. Auch in diesem Jahr zeichnet dafür Feuerwehrvereinsvorsitzender Philipp Kunzelmann verantwortlich, der in Schulterschluss mit den Vorsitzenden und Schriftführern der anderen Vereine die Termine zusammengetragen und koordiniert hat. Dafür waren etliche Arbeitsstunden vonnöten.

Ein Blick auf den Vereinskalender beweist: Auch in diesem Jahr ist wieder sehr viel geboten. Einige Höhepunkte seinen genannt: der Kinderfasching am Rosenmontag, 4. März, Johannisfeuer am 29. Juni, der Kindernachmittag am 6. Juli, das Pokalschießen der Schießgruppe am 13. Juli, die Führung am „Hahnbüchla“ am 3. August, das Patronatsfest am 10. August, das Dorffest des Soldaten- und Kameradschaftsvereins am 15. August, das weltliche Kirchweihtreiben am und im Gemeinschaftshaus rund um das erste Septemberwochenende, die Dorfweihnacht am 30. November – und, und, und. Lös geht es bereits im Februar: Am Dienstag, 5. November, gibt es einen Vortrag über Biodiversität im Gemeinschaftshaus, zu dem der Gartenbauverein alle Interessenten einlädt

Bis Ende Januar soll jeder Haushalt einen Vereinskalender im Briefkasten haben. Natürlich gibt es ihn auch heuer wieder hier zum Download.  M. Drossel



Spielzeug, Schinken und aufgetauter Spinat

 

Volles (Gemeinschafts-)Haus bei Christbaumversteigerung der Soldatenkameraden – Sketche sind Volltreffer

07.01.2019   Und plötzlich stand Eiskönigin Elsa auf dem Tisch der vordersten Gäste, ein hellblaues Kinderkleid um den Hals, und sang das Lied vom tropfenden Spinat: Der Sketch „Aufgetaut“ war dank seiner überraschenden Handlung zweifelsohne einer der Höhepunkte der Christbaumversteigerung, zu der der Soldaten- und Kameradschaftsverein um Gerhard Senger ins Gemeinschaftshaus geladen hatte. Auch sonst war für beste Unterhaltung gesorgt – und natürlich gab es auch wieder das ein oder andere Bietergefecht.

Mehr…

Den wachen Augen von Zweitem Vorsitzenden Nikolaus Kunzelmann entging nichts. „Fünf Euro sind geboten. Fünffünfzig, dahinten sechs. Bei euch sechs?“ Immer wieder ließ er den Blick durch die bestens gefüllten Haupt- und Nebenräume schweifen, um ja kein Handzeichen eines eifrigen Bieters zu übersehen. Und die Gäste beteiligten sich zahlreich: Das Team um Vorsitzenden Gerhard Senger hatte allerlei Begehrenswertes an den Baum und seine Äste gehängt, darunter Liköre und Gerstensaft, aber auch Kuscheltiere, Spielzeug und lukullische Leckereien.

So war für jede Altersklasse das richtige dabei. Und wer dann letztlich „Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten!“ den Zuschlag erhielt und vielleicht den ein oder anderen Euro mehr aus dem Geldbeutel holen durfte, der tat das in der Gewissheit, damit letztlich wohltätige Zwecke zu unterstützen. Immer wieder nämlich spenden die Soldatenkameraden die Erlöse ihrer Veranstaltungen. Zuletzt ging ein 400-Euro-Scheck an die Renovierung des Einsiedler-Ivo-Gemäldes auf dem Staffelberg.

Lose sind schnell ausverkauft

Kenner der Veranstaltung wussten, dass sie weit vor dem offiziellen Beginn zu kommen hatten, wollten sie noch Lose für die Tombola ergattern. Schon vor den Grußworten des Vorsitzenden waren die 350 Gewinnzettelchen  verkauft, und so hoffte jeder auf den Hauptgewinn, einen 100-Euro-Wertscheck der Geschäfte im Markt Ebensfeld. Daneben gab es auch Kerzen, Kegelsets, Kehrschaufeln, Ketchup, Kochbeutelreis, Konserven, Kaffeemaschinen sowie Süßigkeiten, Weine, Schmankerln und sogar eine Flex zu gewinnen.

Mit drei Sketchen zwischen Tombola- und Versteigerungsrunden brachten Angela Hennemann, Sonja Göbel und Martina Drossel, zeitweise verstärkt von Anna Hennemann und Sarah Drossel, die Gäste zum Schmunzeln, Lachen und Feixen. Vor allem das kurze Schauspiel „Rettung aus höchster Not“, bei dem Feuerwehrleute (und offensichtlich Clubfans) einem Bayern-München-Fan ziemlich unsanft aus dem brennenden Haus halfen, ließ die Gäste aufhorchen, kichern, meckern. Je nach Fußballvorliebe. Und beim eingangs erwähnten Sing-Sketch waren die Gäste geradezu baff. Bernhard Kreppel trug seinerseits mit den Weihnachtsgeschichten „Drei merkwürdige Gäste“ und dem heiter-verrückten Gedicht  „Die Geschichte vom Lametta“ zu einem vergnüglichen Abend bei. Und Ludwig Hennemann unterhielt mit traditionellen Weihnachtsliedern.

Den Stamm zum guten Schluss

Den Höhepunkt der Christbaumversteigerung wiederum besiegelte Auktionator Nikolaus Kunzelmann, als er in er in den Nebenraum zeigte und der Familie Göbel den Zuschlag für den Stamm gab. Diese hatten 80 Euro für den riesigen Schinken, das Sechser-Bauernbrot, zwei Liter Bier und eine Flasche Obstbrand geboten.  M. Drossel

Weniger…

6. Januar: Die „Heiligen Drei Könige“ sind unterwegs

„Als Kaspar, Melchior, Balthasar, zieht eine große Kinderschar, seit vielen Jahren durch das Land. Sternsinger werden wir genannt.“ – Am Dreikönigstag sind die „Heiligen Drei Könige“ in Oberleiterbach unterwegs. Am Tag zuvor hatte Zapfendorfs Pfarrer  Kurian Chackupurackal alle Sternsinger der Pfarrei Zapfendorf-Kirchschletten in der Laufer Filialkirche „Heilige Drei Könige“ ausgesandt, wirklich auf den Weg aber machten sich (v. li.) Alexander Hümmer, Lucca Roberson, Annika Diller und Romy Deuerling erst nach dem sonntagmorgendlichen Wortgottesdienst mit Pastoralreferentin Christine Goltz. Die katholische Kirchenstiftung bittet, die „drei Weisen aus dem Morgenland“ freundlich zu empfangen. Partnerland ist heuer Peru. Text/Foto: M. Drossel

Liebe Besucher von www.oberleiterbach.de,

in wenigen Stunden geht ein aufregendes Jahr mit vielen Höhepunkten zu Ende. Oberleiterbach darf stolz sein, als einer der schönsten Orte des Freistaates Bayerns ausgezeichnet worden zu sein. Die Silbermedaille auf Landesebene im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ist die Krönung einer großartigen Gemeinschaftsleistung. Triebfeder war der Gartenbauverein.

Doch das Jahr 2018 hatte noch mehr zu bieten. Erinnert sei an die Festwoche „100 Jahre Bayern“ mit Höhepunkten wie die Segnung des Heizhauses der Energiegenossenschaft, dem Kinderaktionstag der Feuerwehr oder „Oberleiterbach leuchtet“, das Tausende Besucher in das 276-Einwohner-Dorf lockte und allen Beteiligten große Anerkennung einbrachte. Erinnert sei an das vielgelobte Dorffest des Soldaten- und Kameradschaftsvereins, zu dem ungezählte Besucher aus nah und fern auf den Festplatz am Eichenweg kamen. Ebenso war die Kirchweih im September wieder ein großer Erfolg, deren weltlichen Teil die Feuerwehr ausrichtete.

Die Dorfjugend machte mit einer historischen Schnitzeljagd oder auch dem Fotowettbewerb auf sich aufmerksam. Und das interkommunale Projekt „Mitfahrbänkla“, das die Märkte Ebensfeld und Zapfendorf beziehungsweise die Landkreise Lichtenfels und Bamberg verbindet, wurde ebenfalls in Oberleiterbach entwickelt. Und, und, und.

Letztlich hat jeder einzelne, der sein Anwesen hegte und pflegte, dazu beigetragen, dass Oberleiterbach einen großen Schritt nach vorne gemacht hat in punkto Lebensqualität. An dieser Stelle sollen keine Namen genannt werden. Die Gefahr, jemanden zu vergessen, ist zu groß.

Ehrenamt ist in Oberleiterbach keine Floskel. Hier gibt es sie noch, die Frauen, Männer und Kinder, die anpacken, wenn es nötig ist, ohne zuvor die Hand aufzuhalten. Hier stimmt das Wir-Gefühl, hier stimmt der Zusammenhalt. Und wer am 31. Dezember das Glas erhebt, der kann das mit Stolz auf Oberleiterbach tun. Ein Prosit auf das Erreichte! In der Gewissheit, dass auch im Jahr 2019 wieder kräftig weitergearbeitet wird.

 

In diesem Sinne: guten Rutsch und einen guten Start ins Jahr 2019 wünschen

 

die Webmaster von www.oberleiterbach.de