Unermüdliches Werkeln für Gottes Lohn

Umfeld der Sankt-Laurentius-Kirche wird neu gestaltet – 800 Stunden im Ehrenamt

25.10.17   Monatelang wurde in der Sankt-Laurentius-Kirche gearbeitet, um dem 500 Jahre alten Sakralbau zu seinem Jubiläum ein strahlendes Antlitz zu verleihen, nun ist das Umfeld des Gotteshauses an der Reihe. Unermüdlich arbeiten Helfer für Gottes Lohn an der Fertigstellung.

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„Wir sind wirklich sehr dankbar, dass wir die vielen ehrenamtlichen Helfer haben“, sagt Kirchenpfleger Ludwig Hennemann mit Stolz. Die veranschlagten 30 000 Euro an Kosten sind für die kleine Kirchenstiftung kein Pappenstiel, zumal die aufwändige Innenrenovierung bereits 190 000 Euro kostete. Und so sind die rund 800 Stunden ehrenamtlicher Arbeit ein wichtiger Faktor, um

die Kosten zu senken. „Ein einzigartiges Engagement, das wieder einmal den Zusammenhalt im Dorf unter Beweis stellt“, betont Hennemann.

Anfang November sollen die Arbeiten rund um „Sankt Laurentius“ abgeschlossen sein. „Wir haben bewusst die vielen Veranstaltungen des Jubiläumsjahrs abgewartet, bis wir mit den Außenarbeiten begonnen haben“, so Hennemann.  „Allerdings mussten wir unbedingt noch heuer starten, da uns

die Feuchtigkeit rund um die Kirchenmauern Probleme macht.“ Gerade im Winter.

Und so wird, als eine der wichtigsten Maßnahmen, eine neue Drainage verlegt.

Darüber hinaus wird das Umfeld der Kirche neu gepflastert. Was die Arbeiten erschwert: Die Kirche liegt erhöht im Ortskern, der eingefriedete Kirchhof ist nur über Treppen erreichbar.

Mit dem Kran über die Kirchenmauer „So mussten wir einen Kran aufstellen, um Aushub aus dem Umfeld der Kirche heraus und beispielsweise Kies und Pflastersteine hinein zu bringen“,

erklärt der Kirchenpfleger. Bei manchen Arbeiten werden die Ehrenamtlichen von der Ebensfelder Baufirma Schmittinger unterstützt, ebenso ist die Firma Elektro Schmitt eingebunden.

Im Zuge der Neugestaltung des Kirchenumfelds werden auch Strahler installiert. „Wir haben dann künftig die Möglichkeit, unsere Sankt-Laurentius-Kirche von zwei Seiten nachts zu beleuchten“, so

Hennemann. Damit geht für so machen Lätterbocher ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung.

Für die Außenarbeiten wird die katholische Kirchenstiftung wohl keine Zuschüsse erhalten. Darüber hinaus sind auch bei der Innenrenovierung einige „Finanzspritzen“ kleiner ausgefallen als erwartet. So hofft die Kirchenverwaltung, über Spenden (Spendenkonto: IBAN DE54770601000102712490)

die Finanzlast etwas abfedern zu können.

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Lobpreis wird zum Gänsehauterlebnis

Benefizkonzert für und in Sankt-Laurentius-Kirche ein großer Erfolg

15.10.17   Größer hatte der Gemeinschafts-Chor aus Singkreis Schwabthal-Frauendorf, „Cäcilia“ Banzgau Unnersdorf und „Liederkranz“ Lauf nun wirklich nicht sein dürfen: Es wurde kuschelig eng im Altarraum, als die gut vier Dutzend Sängerinnen und Sänger feinsäuberlich aufgereiht zum ersten Mal die Stimmen erhoben. Unter den Augen von Petrus, Paulus und dem Kirchenpatron Sankt Laurentius gaben sie gemeinsam mit Claudia und Thomas Ries (Saxophon und Trompete) sowie Organistin Judith Hirschberg ein vielbeachtetes Benefizkonzert zu Gunsten der Renovierung der Sankt-Laurentius-Kirche.

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Kein Sitzplatz war mehr frei, als Organisatorin Judith Hirschberg an ihrem Instrument, begleitet vom Kirchengeläut, das „Alla Marcia“ des britischer Organisten und Komponisten Thomas Adams anstimmte. Es war der Auftakt für einen Abend mit Liedern voller Ehrfurcht, von tiefem Glauben, Harmonie und Dankbarkeit. Die Sänger hatten für ihre zahlreichen Zuhörer Lieder in deutscher, englischer und lateinischer Sprache ausgesucht, vom getragenen Renaissance-Stück „Ave Maria“ des franko-flämischen Kapellmeisters Jakob Arcadelt über das weltbekannte „Amazing Grace“ in einer Bearbeitung von Peter Hamburger und das klassische „Gott, dein guter Segen“ aus dem Gotteslob bis hin zu den immer wieder ergreifenden Irischen Segenswünschen.

Ein Höhepunkt war das herzerwärmende „You Raise Me Up“ des Norwegers Rolf Undsæt Løvland, dargeboten von den Blechbläsern Claudia und Thomas Ries, das so manchem Konzertbesucher eine Gänsehaut der Wonne auf den Unterarm zauberte. Und mittendrin und immer beteiligt: Judith Hirschberg. Die frühere Kleukheimerin und heutige Eggenbacherin spielte die Orgel, dirigierte den Gemeinschafts-Chor und begleitete die Blechbläser – was hieß: Von der Empore in den Altarraum, wieder zurück und wieder zurück. Immer mit einem Lächeln auf den Lippen.

Die Sänger und Instrumentalisten hatten sich ausbedungen, während des Konzerts auf Zwischenapplaus zu verzichten. Umso herzlicher und länger wurde der Beifall am Ende, nur kurz unterbrochen von einem „Vergelt’s Gott!“ von Kirchenpfleger Ludwig Hennemann, der auf die umfangreiche Innen- und Außenrenovierung hinwies. Für Judith Hirschberg gab es zweimaligen Sonderapplaus und einen Blumenstrauß. Beides hatte sich redlich verdient. Danach sangen Beteiligte wie Gäste gemeinsam aus vollem Herzen „Segne, du Maria“ und gingen bester Laune nach Hause. Nicht jedoch, ohne zuvor einen Obolus für den Erhalt von Kirche und Umfeld dazulassen.

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Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). „Jubiläen sollen keine Nostalgiefeste sein“: Erzbischof Dr. Ludwig Schick rief in „Sankt Laurentius“ dazu auf, auch weiterhin die Kirche lebendig zu halten. FOTOS: MARTINA DROSSEL

Mutiger Kirchenpatron ein Heiliger mit Vorbildfunktion

Erzbischof Ludwig Schick hält Eucharistiefeier zum Jubiläum „500 Jahre Sankt-Laurentius-Kirche“

OBERLEITERBACH   Sankt Laurentius: Der Patron, den die Ahnen vor einem halben Jahrtausend als Namensgeber für die Sankt-Laurentius-Kirche wählten, ist für Erzbischof Ludwig Schick ein Heiliger mit besonderer Vorbildfunktion. „Er liebte die Kirche, er verteidigte sie gegen den Kaiser, er gab für sie sogar sein Leben“,  würdigte er dessen Wirken. „Und er sorgte für die Armen, Kranken und alle Hilfsbedürftigen. Sie sind ein ganz besonders wichtiger Teil unserer Kirche.“ Im Gedenken an den selbstlosen Märtyrer solle die ihm gewidmete Kirche auch nach 500 Jahren weiter bestehen – zum Wohle der Einzelnen und für das Gemeinwohl der ganzen Bevölkerung.

Die Eucharistiefeier mit dem Erzbischof am Kirchweihsonntag

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 war zugleich der Höhepunkt, wenn auch nicht der Abschluss des Jubiläumsjahres „500 Jahre Sankt-Laurentius-Kirche“. Zahlreiche Gäste waren gekommen, um der „Geburtstagsfeier“ des trutzigen, zuvor aufwändig renovierten Gotteshauses mit der Welschen Haube beizuwohnen. Mit der Folge, dass der schmucke Sakralbau aus allen Nähten platzte. Die Kirchenstiftung um Kirchenpfleger Ludwig Hennemann aber hatte vorgesorgt: Wer in „Sankt Laurentius“ keinen Steh- oder Sitzplatz bekam, konnte den besonderen Gottesdienst im Außenbereich auf einem großen Flachbildfernseher mitverfolgen.

Zu den Klängen der Rother Musikanten und unter Begleitung der Fahnen von Freiwilliger Feuerwehr und Soldaten- und Kameradschaftsverein zog die Kirchenparade vom Gemeinschaftshaus noch bei Nebel durch die eine Hälfte des Ortes zur Kirche – und nach der Messe bei strahlendem Sonnenschein durch den anderen Teil zum Festzelt zurück. „Wir sind stolz auf unsere 500-jährige Kirche“, stellte Zapfendorfs Pfarrer Kurian Chackupurackal heraus. Erzbischof Ludwig Schick griff noch etwas weiter: „Wir dürfen auch stolz sein auf die Kirche, nicht nur wegen des guten Wirkens in Entwicklungsländern, sondern auch bei uns.“ Wenn ein Gotteshaus seinen 500. Geburtstag feiere, könne man stolz und müsse man dankbar sein. Und deswegen sei er gerne ein zweites Mal nach Lätterboch gekommen: „In Oberleiterbach ist es immer schön.“

Seine Exzellenz blickte zurück: Es lasse sich erahnen, was die Kirche in den 500 Jahren für die Menschen, ihre Familien, ihren Gemeinsinn und ihr Gemeinwohl bewirkt habe. „Der Glaube an den guten Gott macht die Menschen zufrieden, gibt ihnen Zuversicht und lässt sie auch in schwierigen Situationen durchhalten. Das gilt damals wie heute.“ Damals wie heute dürfe man die Kirche lieben, weil sie viel Gutes bringe, wenn sie auch nicht alles gut mache, „und das dürfen wir allen Kirchenkritikern auch mit demütigem Selbstbewusstsein entgegen halten.“

Jubiläen wie das in Oberleiterbach aber sollten keine Nostalgiefeiern sein, so Schick, sondern Feste, die Orientierung und Zuversicht geben. „Was unsere Vorfahren und uns heute bereichert, das soll auch unseren Nachfahren bewahrt bleiben.“ Deswegen sei es nun die Aufgabe der Gläubigen, die Kirche auch weiterhin zu erhalten, damit „unsere Nachfahren auch das 600-, 700-, und 1000-jährige Jubiläum feiern können – und alle weiteren Jubiläen, solange diese Erdzeit besteht. Wir brauchen die Kirche Jesu Christi und ihr Wirken bis zur Vollendung der Welt“.

Der Kirchweihsonntag war für Ersten Bürgermeister Volker Dittrich wieder einmal ein guter Beweis für den Zusammenhalt in Oberleiterbach. Ausdrücklich lobte der das Team der Freiwilligen Feuerwehr für das Ausrichten des weltlichen Teils der Kerwa und dankte den vielen engagierten Helfern. „In Oberleiterbach  gehen eben, wie im gesamten Markt Zapfendorf, kirchliche und weltliche Ereignisse Hand in Hand.“ Namens der Pfarrei Kirchschletten und auch der umliegenden Pfarreien gratulierte Siegfried Bauer der Filiale zum Jubiläum. „Das Gotteshaus wurde von euch in einen hervorragenden Zustand gebracht“, lobte er die gelungene Renovierung.

„Es ist eher selten, dass Sie, Herr Erzbischof, in einem Jahr gleich zweimal in einer so kleine Kirchengemeinde zugegen sind“, war Kirchenpfleger Ludwig Hennemann gegen Ende des Gottesdienstes sichtlich stolz. „Das wissen wir sehr zu schätzen. Und vielen Dank auch für das schöne Wetter!“ Jetzt erst registrierten die Gläubigen in der Kirche, dass das, was Erzbischof Ludwig Schick vor der Predigt scherzhaft angekündigt hatte („Ich hatte versprochen: Ich komme im September erneut. Und ich bringe schönes Wetter mit.“) eingetreten war: Nebel und Regenwolken hatten Sonnenschein und blauem Himmel Platz gemacht. Der Festzug zum Festzelt, in dem sich der Erzbischof auch in das Goldene Buch des Marktes Zapfendorf eintrug, wurde seinem Namen gerecht. Und die Rother Musikanten spielten vor ungezählten Gästen noch einige Stunden auf. Kurz vor 12 Uhr jedoch bekamen sie eine Pause verordnet: Mittags übertrug der Bayerische Rundfunk das Glockenläuten aus Oberleiterbach – und das wurde natürlich auch im Festzelt live dargeboten. Darüber hinaus nutzten viele Besucher die Gelegenheit zu einem Rundgang durch eines der schönsten Dörfer Oberfrankens.

 

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Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Auf Wunsch des Ersten Bürgermeisters Volker Dittrich trug sich der Ehrengast vom Domberg in das Goldene Buch des Marktes Zapfendorf ein. FOTOS: MARTINA DROSSEL
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Im Gleichschritt durchs Golddorf: Im Festzug vom Gotteshaus zum Gemeinschaftshaus durften alle Gäste mitmarschieren. FOTOS: MARTINA DROSSEL

Erzbischof Ludwig Schick hält den Festgottesdienst

500 Jahre Laurentiuskirche: Bürgermeister sticht Jubiläumsbier an – „löschBAR“ und Schmankerln

Wer Erzbischof Ludwig Schick als Gast in seinem Dorf begrüßen darf, für den ist das eine ganz besondere Ehre. „Weil’s bei euch so schön ist, komme ich im September gleich noch einmal“, sagte seine Exzellenz Ende April, als er in der frisch renovierten, genau 500 Jahre alten Filialkirche „Sankt Laurentius“ Oberleiterbach den neu geschaffenen Altar weihte. Am Sonntag, 3. September, ist es nun soweit: Erzbischof Schick kommt erneut nach Lätterboch, um den Festgottesdienst zur Kirchweih zu zelebrieren.

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Das weltliche Programm, zu dem in diesem Jahr Freiwillige Feuerwehr und Kirchenverwaltung gemeinsam einladen, beginnt bereits am Freitag, 1. September: Ab 18 Uhr sorgt das Team um Vorsitzenden Philipp Kunzelmann und Kommandant Benedikt Hennemann für das leibliche Wohl der Gäste am Gemeinschaftshaus im Eichenweg. Die Spezialitäten des Tages sind die deftige Schlachtplatte und zarte Knöchla. Darüber hinaus gibt es ofenfrische Pizzen und Leckeres vom Grill.

Für das Jubiläum „500 Jahre Sankt-Laurentius-Kirche“ haben die Oberleiterbacher nicht nur ein über das ganze Jahr verteiltes Veranstaltungsprogramm auf die Beine gestellt, sondern mit dem süffigen „Lätterbocher Sankt-Laurentius-Bier“ auch ein eigenes Festbier einbrauen lassen. Natürlich kommt es, wie weitere Getränkespezialitäten der Merkendorfer Hummel-Bräu, an den Kirchweihtagen zum Ausschank. Darüber hinaus sticht Zapfendorfs Erster Bürgermeister Volker Dittrich am Festfreitag um 18 Uhr ein Fass Jubiläumsbier an.

„Happy Hour“ an beiden Tagen

Der Kerwa würde etwas fehlen, gäbe es die „löschBAR“ nicht. Doch keine Sorge: Am Freitag und Montag herrscht Barbetrieb mit Drinks, Longdrinks und guter Laune. Sparfüchsen sei die „Happy Hour“ an genannten Tagen von 20 bis 21 Uhr ans Herz gelegt.

Am Sonntag, 3. September, ist um 9.15 Uhr Kirchenparade vom Gemeinschaftshaus zur Laurentiuskirche, wo eine Viertelstunde später der Festgottesdienst mit dem Erzbischof beginnt. Danach geht es zurück in den Eichenweg und zünftig fränkisch weiter: Die Rother Musikanten spielen zum Frühschoppen auf. Außerdem heißt es Radio einschalten: Um 12 Uhr sendet der Bayerische Rundfunk das Mittagsläuten aus dem 279-Einwohner-Dorf im Markt Zapfendorf. Anschließend ist der Mittagstisch reich gedeckt. Nachmittags klingt der Kerwasonntag bei Kaffee und Kuchen aus.

Rother Musikanten spielen auf

Der Montag, 4. September, ist der Haupttag der (weltlichen) Kirchweih. Ab 16 Uhr gibt es die bekannten hausgemachten Pfannenschnitzel. Darüber hinaus empfiehlt das Küchen-Team knusprig-zarte Schäuferla und Haxen, leckeren Pizzen und fränkische Spezialitäten frisch vom Grillrost. Beim Torwandschießen könnten kleine wie etwas größere Kicker ihre Treffsicherheit unter Beweis stellen, Toben und Tollen ist darüber hinaus auf der Hüpfburg möglich. Bereits erwähnte „löschBAR“ öffnet ab 20 Uhr ihre Tore.

Seit diesem Jahr ist das im Jahr 1221 erstmals erwähnte Oberleiterbach offiziell eines der schönsten Dörfer Oberfrankens: Die Bezirkskommission des Wettbewerbs „Unser Dorf soll schöner werden“ war voll des Lobes aufgrund des Engagements der Lätterbocher und ihrer vielen tollen Projekte. Wer zur Kerwa in das erste und einzige Bioenergiedorf des Landkreises kommt, sollte einen Spaziergang durch den schmucken Ort mit all seinen Baudenkmälern nicht versäumen. Um den Besuchern die Sehenswürdigkeiten des Dorfes näher zu bringen, haben die Oberleiterbacher einen Historischen Dorfrundgang mit QR-Code ins Leben gerufen, dessen Start und Ziel am Gemeinschaftshaus ist. Auf Tafeln erfahren Interessenten das Wichtige über die Bauwerke und ihre Geschichte, durch Scannen der QR-Matrix gibt es weitere Details und Fotos. Umfassende Infos über Ort und Vereinsleben bietet darüber hinaus die neu geschaffene Homepage www.oberleiterbach.de.

Selbstverständlich ist auch die barocke Sankt-Laurentius-Kirche Teil des Spaziergangs in die Geschichte. Monatelang wurde sie im Vorfeld ihres „Geburtstags“ aufwändig renoviert. Kirchenpfleger Ludwig Hennemann und Mesnerin Beate Metzner sind sehr stolz auf das Ergebnis: Die Fachfirmen aus der Region haben sehr gute Arbeit geleistet. Schon alleine deshalb empfiehlt sich ein Blick in das barocke Gotteshaus, zu dessen Füßen der berühmteste Sohn des Ortes seine letzte Ruhe fand: Einsiedler Ivo Hennemann, der dank Joseph Victor von Scheffels „Wohlauf die Luft“ deutschlandweit bekannt wurde.  Martina Drossel

Trutzig und mit welscher Haube

Über die 500 Jahre alte Sankt-Laurentius-Kirche Oberleiterbach

Als die heutige Kirche „Sankt Laurentius“ 1517 feierlich konsekriert wurde, gehörten die Oberleiterbacher Katholiken noch zur Pfarrei Ebensfeld. Als 1625 im nahen Kleukheim eine Pfarrei entstand, baten die Lätterbocher wenig später, dieser zugeteilt zu werden. 1654 erfüllte der Bamberger Bischof ihren Wunsch. Doch bereits 1698, als Kirchschletten von der Pfarrei Zapfendorf abgetrennt wurde, kamen die Oberleiterbacher zu dieser neuen Pfarrei.

 Es gibt Belege dafür, dass das heutige, trutzig wirkende Gotteshaus nicht das erste an dieser Stelle ist. So wurde 1489/90 eine „kirchmawer“ erwähnt, was auf einen Vorgängerbau schließen lässt. Im Gewölbe des Chors der Laurentiuskirche jedenfalls ist das Jahr 1517 für die Nachwelt erhalten geblieben, dazu ein nicht identifizierbares Stifterwappen. Der Erbauer des (Bad) Staffelsteiner Rathauses, der in Kaider geborene und in Stübig ansässige Adam Kuntzelmann, fertigte im Jahr 1681 die charakteristische welsche Haube.

Steine aus den Hassbergen

Das Alter des Langhauses ist ungewiss. Überliefert ist jedoch, dass es 1681 erweitert wurde, unter Verwendung der Mauern. Die Steine hierfür kamen aus den immerhin 23 beziehungsweise 24 Kilometer entfernten Brüchen von Neubrunn in den Hassbergen.

Aus der mittelalterlichen Kirche hat sich bis in die heutige Zeit nur noch Sakramentsnische erhalten, darüber hinaus gibt es in der Sakristei einen spätgotischen Schrank. Der Taufstein stammt aus dem Jahr 1602. Für den Hochaltar zeichnete der Bamberger Bildhauer Johann Samuel Koch verantwortlich. Vertraglich wurde genau festgelegt: „in der miten heyl. Lauerensius, in der linckhen Hand ein Rost, und in der rechten Hand einen Balmzweig haltent“, fünf Schuh hoch, „auf den beiden Seiten Petterum und Paulum“. Außerdem: „Die gewundenen Säulen mit wein Trauben und laub umwunden und gezieret“. Nach zweieinhalb Jahren wurde der Altar im August 1686 aufgestellt und erst neun Jahre später farblich gefasst. 1724 erhielt „Sankt Laurentius“ eine erste Orgel.

Als Friedrich Theiler 1795 einen Drehtabernakel in den Hochaltar einbaute, war kein Platz mehr für den nun zu großen heiligen Laurentius. Der Künstler schuf eine kleinere Figur, die bisherige Statue kam über das Portal und steht seit 1997 im Langhaus.                           Martina Drossel

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OBERLEITERBACH   Viele Monate Arbeit liegen hinter den Kirchenverwaltungs- und Pfarrgemeinderatsmitglieder aus Oberleiterbach: Heuer feiert die barocke Filialkirche „Sankt Laurentius“ ihr 500-jähriges Bestehen, wurde im Vorfeld aufwändig renoviert. Zahlreiche Handwerker gingen in den vergangen Wochen im Gotteshaus ein und aus, die Gottesdienste wurden seither im Gemeinschaftshaus gehalten.

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Nun sind die Arbeiten abgeschlossen, das Jubiläumsjahr beginnt – mit einer Vielzahl an kirchlichen, geselligen und historischen Veranstaltungen.

Der Reigen zum Jubiläum beginnt am Montag, 17. April, mit einer feierlichen Osterandacht mit Jubiläumskerzen und Osterlicht. Noch offen ist der Termin des Festgottesdienst, an dem der Altar in der frisch renovierten Kirche geweiht wird. Fest steht, dass am Samstag, 6. Mai, ab 15 Uhr eine Maiandacht im Freien bei Familie Senger, Leuchtersbrunnen 11, stattfindet. Dabei wird ein Flurmarterl geweiht. Am 23. Mai, 18.30 Uhr, ist Gottesdienst im Gemeinschaftshaus, es findet der Sternbittgang der Pfarrei Zapfendorf-Kirchschletten statt. Die feierliche Pfingstandacht in der Kirche beginnt am 5. Juni um 17 Uhr.

Bezirksheimatpfleger Professor Günter Dippold hält am Donnerstag, 22. Juni, einen Vortrag zum Thema „500 Jahre Kirche Oberleiterbach“. Los geht es um 18.30 Uhr in „Sankt Laurentius“. Für 9. Juli, 9 Uhr, ist ein Familiengottesdienst in der Kirche. Am 25. Juli folgt ein weiterer historischer Vortrag: Dr. Thomas Gunzelmann, Stellvertretender Referatsleiter am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in Schloss Seehof, widmet sich ab 19 Uhr im Gemeinschaftshaus dem Thema „Oberleiterbach – Geschichte eines ehemals michelsbergischen Klostersdorfes“.

Zum Patronatsfest zu Ehren des Märtyrers Laurentius am 10. August, 19 Uhr, gibt es einen Gottesdienst in der Kirche, im Anschluss ist auf dem Kirchplatz für das leibliche Wohl gesorgt. Kirchenpfleger Ludwig Hennemann hat in Zusammenarbeit mit der Abtei Münsterschwarzach einen Bildervortrag über Pater Laurentius Hennemann zusammengestellt. Er ist über dem Titel „Leben und Wirken in der Mission“ am 25. August, 19 Uhr, im Gemeinschaftshaus zu sehen. Der 2013 verstorbene Laurentius Hennemann feierte 1950 in seinem Heimatort Oberleiterbach Primiz. 60 Jahre lang war er Priester und Missionar in Tansania.

Höhepunkt des Kirchenjubiläums ist der Kirchweihsonntag, 3. September. Erzbischof Dr. Ludwig Schick hält den Festgottesdienst ab 9.30 Uhr in der Pfarrkirche, danach wird im Festzelt am Gemeinschaftshaus gefeiert – natürlich zünftig, mit Leckereien und Blasmusik. Um 12 Uhr überträgt der Radiosender Bayern 1 das Mittagsläuten der Sankt-Laurentius-Kirche Oberleiterbach.

Zum „Tag der Ewigen Anbetung“ gibt es am 19. September, 18 Uhr, eine feierliche Andacht in der Kirche. Um 19 Uhr beginnt der Abschlussgottesdienst, an den sich eine Prozession anschließt. Die Jagdgenossenschaft sorgt am 28. Oktober, 17.30 Uhr, mit der Hubertusmesse in „Sankt Laurentius“ für einen Glanzpunkt. Anschließend ist gemütliches Beisammensein im Gemeinschaftshaus. Am 10. November schließlich blickt die Kirchenverwaltung mit Interessenten ab 19 Uhr im Gemeinschaftshaus auf die Kirchenrenovierung und das Jubiläumsjahr zurück.

Der Erlös vieler Veranstaltungen kommt der Kirche zugute. Die katholische Kirchenstiftung Oberleiterbach freut sich darüber hinaus auch weiterhin über Spenden für die erfolgte Renovierung des barocken Schmuckstücks: IBAN DE54770601000102712490. Zur 500-Jahr-Feier wurden auch schmucke Jubiläumskerzen mit dem Bild der Oberleiterbacher Sankt-Laurentius-Kirche geschaffen, die als Andenken in der Kirche erworben werden können.

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Kleine Kirchengeschichte

Egal, aus welcher Richtung der Besucher in das Heimatdorf von Einsiedler Ivo Hennemann (Dichterfürst Joseph Viktor von Scheffel setzte ihm mit dem „Frankenlied“ ein poetisches Denkmal) kommt: Er wird als erstes von der trutzigen Kirche „Sankt Laurentius“ begrüßt, die 1517 auf einer kleinen Anhöhe errichtet wurde. Der gedrungen wirkende Sakralbau aus Sandstein wurde im 30-Jährigen Krieg stark in Mitleidenschaft gezogen. In der Folgezeit wurde sie von „Meister Adam Kuntzelmann aus Stübig“ barockisiert und 1681 erweitert.

Der spätgotische Turm, heute Wahrzeichen des Ortes, blieb erhalten. Allerdings wurde ihm eine Welsche Haube aufgesetzt. Den Hochaltar fertigte der Bamberger Hofbildhauer Johann Samuel Koch. Er verewigte den Kirchenpatron Laurentius auf dem Altarblatt. Links und rechts flankiert wird der Heilige mit Rost und Palmzweig von Sankt Petrus und Paulus. Der reich dekorierte Hochaltar wurde am 31. August 1686 aufgestellt.

Im Mittelalter befand sich in Oberleiterbach einer der 13 Klosterhöfe des Bamberger Klosters Michelsberg. Geschichtsschreiber erwähnen das Dorf im Jahr 1221 zum ersten Mal urkundlich. Forscher gehen aber davon aus, dass das heutige Bundesgolddorf weit älter ist.