Drei Fahnenbänder für die Jubelwehr
Pfarrer Philipp Janek segnet die Geschenke von Schirmherrn, Ehrendamen und Patenverein. Dazu spielen die Kelbachtaler auf. Welche Vergleiche der Geistliche zieht.
Es ist ein feierlicher Moment, als Fahnenträger Michael Hennemann die Fahne der Freiwilligen Feuerwehr Oberleiterbach im Altarraum neigt. Andächtig schweigen die Feuerwehrler und die anderen Besucherinnen und Besucher in der Kirche. Nach und nach treten drei der fünf Ehrendamen vor, um im Beisein von Pfarrer Philipp Janek die drei neuen Fahnenbänder am glänzenden Bänderring unterhalb der Fahnenspitze zu montieren, die wenige Augenblicke zuvor gesegnet worden waren.
Es ist der Kirchweihsonntag in Oberleiterbach. An sich schon ein besonderer Tag, der Ehrentag der Sankt-Laurentius-Kirche. Heuer aber ist er zugleich der Festsonntag der 125-Jahr-Feier der Freiwilligen Feuerwehr Oberleiterbach, weshalb die Organisatoren von Kirchweih- und Feuerwehrfest, die Mitglieder des Festausschusses, diesen „Jubiläum meets Kerwa“ überschrieben hatten.
Den Schirmherrn abgeholt
Unter den Klängen der Kelbachtaler Blasmusik hatte sich vor der Messe ein Zug aus Jubelverein, Ehrengästen und Ehrendamen am Feuerwehrhaus in Bewegung gesetzt. Am Abzweig Reuthloser Straße/Peusenhofer Weg wartete bereits Schirmherr Johann Kalb nebst Gattin Monika und der Patenverein, die Freiwillige Feuerwehr Kleukheim um Vorsitzende Katharina Eberth und 2. Kommandanten Markus Landvogt. Die Ehrendamen Mia Amon, Sarah Drossel, Jana Göbel und Anna Hennemann und Amelie Horn begrüßten die Gäste mit kleinen Gedichten, dann setzte sich der nun größere Zug erneut in Bewegung. Das Ziel: die Sankt-Laurentius-Kirche.
„Geschenke brauchen manchmal etwas länger“, sollte Pfarrer Philipp Janek in seiner Predigt launig sagen und meinte damit nicht die Fahnenbänder von Schirmherr Kalb, vom Patenverein und von den Ehrendamen: Sie alle hingen fein säuberlich aufgehängt neben ihm. Janek blickte mit diesen Worten bereits in das Frühjahr 2027, wenn die Feuerwehr Oberleiterbach das erste Feuerwehrfahrzeug in ihrer 125-jährigen Geschichte in Empfang nehmen darf: ein GW-TS auf Basis eines Ford Rangers.
Raus aus der Komfortzone
Mit einer Bibelstelle zu Oberzöllner Zachäus aus dem Lukas-Evangelium zog der Geistliche Parallelen zum Feuerehrdienst. „Jesus fragt nicht, überlegt nicht lange, er macht einfach“, so Janek. „Helfen beginnt mit dem Hinschauen, mit dem Wahrnehmen, mit dem die Hand ausstrecken.“ Allzu oft werde weggesehen, wenn jemand Hilfe brauche: Hilfsbereit zu sei ein Prozess, den die Gesellschaft lernen müsse. „Wir leben in einer Zeit, in der Dinge ganz schnell wegdelegiert werden. Stattdessen sollten wir uns wie Jesus selbst der Sache annehmen.“ Wie es eben Feuerwehrler tun.
„Das sind Menschen, die hinschauen, wenn andere in Notlage sind.“ Doch, so der Pfarrer, müssten noch viel mehr Menschen aus ihrer Komfortzone herauskommen. „All die Fahrzeuge und die Technik nutzen nichts, wenn niemand hinschaut und sie niemand bedient.“ Feuerwehrleute dienten mit ihrem Einsatz für das Gemeinwohl als Vorbilder, um andere zu aktivieren. Sie packten dort an, wo es nötig sei. „Wir alle müssen uns selbst in Bewegung setzen, um etwas zu verändern. Wenn wir die Herausforderungen der Welt nicht anpacken, wird es niemand für uns tun.“
Ein großer Kraftakt
Angepackt hatten die Organisatoren der 125-Jahr-Feier in den vergangenen Wochen und Monaten schon kräftig. Wie Vorsitzender Philipp Kunzelmann nach einem weiteren kleinen Festzug von der Kirche zum Festplatz sagte, seien rund 110 Helferinnen und Helfer an den drei Festtagen im Einsatz – bei einem Ort mit 270 Einwohnerinnen und Einwohner. Darauf wurde beim Frühschoppen mit den Kelbachtalern und dem anschließenden Kindernachmittag das ein oder andere Mal angestoßen. M. Drossel
