Feuerwehr Oberleiterbach - Jubiläumsjahr 2026 - Wir feiern vom 05. September bis zum 07. September

 


Eindrucksvolle Feierstunde für das Ehrenamt

Die Freiwillige Feuerwehr Oberleiterbach lädt zum Geburtstag ein: Vereine aus den Landkreisen Bamberg und Lichtenfels kommen zum „125-Jährigen“.

Von Martina Drossel

Was für ein eindrucksvoller Festzug, was für ein erstklassiges Wetter, was für ein Strahlen bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie bei den Mitgliedern des Festausschusses: Die Freiwillige Feuerwehr Oberleiterbach feierte am Wochenende ihr 125-jährige Bestehen – und insgesamt 24 Gruppen und Vereine aus den Landkreisen Lichtenfels und Bamberg hatten sich angemeldet, um der Jubelwehr zu gratulieren und beim Umzug durch den festlich geschmückten Ort die Ehre zu erweisen.

Es passte einfach alles

Schöner hätten es sich die Männer und Frauen um die Vorsitzenden Philipp Kunzelmann und Jürgen Schug sowie die Kommandanten Niko Dumsky und Markus Drossel in ihren kühnsten Träumen nicht ausmalen können: Es passte einfach alles an diesem Samstagabend. Nach den Böllerschüssen von Stephan Metzner ging es mit den Ehrendamen Mia Amon, Sarah Drossel, Anna Hennemann, Amelia Horn und Jana Göbel sowie unter den Klängen des Musikvereins Zapfendorf und der Kelbachtaler Blasmusik durch den Ort, von den Zuschauerinnen und Zuschauern mit reichlich Applaus bedacht. Im Festzelt wartete bereits die Mürsbacher Blasmusik, um zum umjubelten Fahneneinzug aufzuspielen.

„Wenn ich ins vollbesetzte Festzelt blicke, schlägt mein Feuerwehrherz noch höher“, fasste Vorsitzender Philipp Kunzelmann sein Glück in Worte. „Ein Festzelt wird erst lebendig, wenn man treue Freunde an seiner Seite hat.“ Er meinte damit wohl nicht nur die „fantastische Patenwehr“, die Freiwillige Feuerwehr Kleukheim. „Wir feiern heute ein Fundament unserer Gesellschaft: das Ehrenamt. Der unermüdliche Einsatz für die Sicherheit und unsere Heimat verdient allergrößten Respekt und Applaus.“

„Der ganze Ort Oberleiterbach hat 270 Einwohner, heute sind aber gut zehnmal so viele Leute da“: Schirmherr Johann Kalb, bis Mai noch Landrat des Landkreises Bamberg, war beeindruckt. Eigentlich sei das kein Wunder, denn „Oberleiterbach ist das schönste Dorf auf der ganzen Welt, in dem einmal mehr Tolles geleistet wurde – und dass unglaublich gerne feiert.“ Dem konnte sich Landrat Johannes Maciejonczyk nur anschließen: „Danke an alle, die in den vergangenen 125 Jahren dafür sorgten, dass es immer wieder vorangeht.“ Er freute sich, dass die Gemeinde Zapfendorf für die Jubelwehr bereits das erste Einsatzfahrzeug der Vereinsgeschichte, einen Ford Ranger als „Gerätewagen Tragkraftspritze“ (GW-TS) bestellt habe: „Es braucht beides, den politischen Willen und den ehrenamtlichen Einsatz.“

„Par excellence“

„Hier wird Brauchtum und Tradition hochgehalten par excellence“, stellte Kreisbrandrat Thomas Renner heraus. Er freute sich über die landkreisübergreifende Feier, denn auch im Ernstfall werde zusammengearbeitet. Mit Blick auf das Einsatzfahrzeug, dass der Jubelwehr ab 2027 zur Verfügung steht, sagte er: „Die Technik ist ganz einfach notwendig, um die Aufgaben zu erfüllen. Aber ohne die Menschen, die sie bedienen, geht es nicht!“ Über 6000 aktive Feuerwehrfrauen und -männer gibt es im Landkreis Bamberg: „Danke für euren ehrenamtlichen Einsatz! Eure Vorfahren wären stolz auf euch.“ Und mit Blick auf die vielen Kinder im Dorf sei es ihm um die Zukunft nicht bange.

„125 Jahre: Das ist schon eine Hausnummer“, zeigte sich Zweite Bürgermeisterin Elisa Heidenreich beeindruckt. „So ein Fest auf die Beine zu stellen, ist schon ein Wahnsinn!“ Vor allem für einen Ort mit 270 Einwohnern. Katharina Eberth, Vorsitzende des Patenvereins Feuerwehr Kleukheim, betonte, dass man nicht lange habe überlegen müssen, ob man Pate sein möge: Schon vor 25 Jahren war „Kleukhum“ Patenverein. „Das zeigt, wie tief die Wurzeln zwischen uns verwachsen sind.“ Ob bei Übungen, bei Einsätzen oder beim Feiern: Oberleiterbach und Kleukheim sind fest verwoben.

Von wegen „Work-life-Balance”

Für den Gartenbauverein sowie den Soldaten- und Kameradschaftsverein sprachen Angela Hennemann beziehungsweise Nikolaus Kunzelmann Gruß- und Dankesworte. „Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass Menschen dieses ehrenamtliche Engagement in ihre ,Work-Life-Balance‘ integrieren“, so Hennemann. „Ihr seid einfach da, wenn ihr gebraucht werdet“, lobte Kunzelmann. Beide äußerten die Hoffnung, dass es in Zukunft so weiter gehen möge wie in den vergangenen 125 Jahren.  M. Drossel

Festumzug


Polonaise zum „Böhmischen Traum“ quer durch die Zelte

Bei der Partynacht zum 125-jährigen Bestehen der FFW Oberleiterbach gibt es kein Halten mehr. „Macarena“ und „Sirtaki“ werden getanzt. Warum die Band keine Verschnaufpausen bekommt.

Wenn sich die Kameradin der Feuerwehr Kleukheim beim Kameraden der Feuerwehr Ebensfeld unterhakt, der große Kreis sich langsam schließt und zum Sirtaki auf der Bühne die Beine im Takt geschwungen werden, während die Feuerwehrler aus Birkach und Unterbrunn anfeuernd Beifall klatschen, dann ist ein gelungenes Feuerwehrfest in vollem Gange und steuert seinem Höhepunkt entgegen. So geschehen am Wochenende in Oberleiterbach: Ausgelassen wurde über Stunden und bis zur völligen Erschöpfung getanzt und gefeiert.

Die Band, die an diesem Abend den Ton angab, kannten zu Beginn wohl nur die wenigsten. Doch dieses Ensemble namens „Bamberg Special“ sollte genau das halten, was es versprochen hatte, nämlich hundert Prozent Party. „Die sind wirklich sehr, sehr gut“, sollte Kreisbrandinspektor Andreas Schnapp alsbald anerkennend gegenüber dem 2. Kommandanten der Feuerwehr Oberleiterbach sagen, die für dieses Fest verantwortlich zeichnete. Nicht nur die Führungskräfte blieben an diesem Abend länger, als sie vielleicht gedacht hätten, auch die Aktiven der Wehren aus den Landkreisen Bamberg und Lichtenfels sollten es ihnen gleichtun. Die Combo um Bernd Engelbrecht mit der verbrieften Party- und Stimmungsgarantie, die schon bei so manchem Schützen-, Volks- und Oktoberfest in Deutschland, Europa oder Südkorea für beste Laune besorgt hatte, faszinierte die Gäste, brachte sie zum Singen, Schunkeln, Tanzen – und weit mehr.

Von hinten an die Schulter

Plötzlich stand die Bühne voll und Ehrendamen, Jubelfeuerwehrler und Gäste setzten zum Hüftschwung bei „Macarena“ an. Plötzlich fassten sie sich von hinten an die Schulter und starteten zum „Böhmischen Traum“ eine Polonaise durch das Hauptzelt, in das Barzelt, auf den Vorplatz und wieder zurück auf die Freifläche vor der Band. Plötzlich schwofte man bei „4 Non Blondes“ und „What’s up“, sang im Duett mit der Band bei „Westerland“ und „Sternenhimmel“, hüpfte zu „All The Small Things“, als gäbe es kein Morgen mehr, und startete Soli auf der „Luftgitarre“ zu AC/DC und „TNT“. Bei „Mayor Tom“ gab es sowieso längst kein Halten mehr: Der totale Abriss war im vollen Gange. Band und Publikum spornten sich gegenseitig zu Höchstleistungen an: Die Bühne wackelte, der Schweiß tropfte, die Stimmen litten – aber das war alles egal: Alle hatten mächtig Bock auf diese Mega-Party.

„Ihr seid ja komplett wahnsinnig, was ihr da für eine Party auf die Beine gestellt habt“: Bernd Engelbrecht und seine Bandkollegen waren am Ende total abgekämpft, aber überglücklich über diesen besonderen Abend. Verschnaufpausen hatte ihnen das Publikum kaum gegönnt. Und ohne mehrere Zugaben hätten die Feuerwehrler die Musiker sowieso erst gar nicht von der Bühne gelassen.

Erstklassige Visitenkarte

Diese besondere Partynacht in Oberleiterbach dürfte wohl nicht nur dem Ensemble und den Veranstaltern noch lange in bester Erinnerung bleiben. Die Visitenkarte, die „Bamberg Special“ hier vor den Feuerwehrlern zweier Landkreise abgeliefert hatte, war jedenfalls vom Feinsten.  M. Drossel